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Mietpreise in Österreich im Vergleich: Wo wohnt man am günstigsten?

paar in wohnung

Wohnen ist in Österreich in den letzten Jahren spürbar teurer geworden - und wo man am günstigsten wohnt, hängt stark vom Bundesland und von der Stadt ab. Zwischen dem teuren Westen und der Bundeshauptstadt auf der einen und dem günstigeren Osten und Süden auf der anderen Seite liegen bei den Quadratmeterpreisen Welten. Ein Überblick über die aktuelle Lage, die wichtigsten Regeln des österreichischen Mietrechts und die Frage: Wo wohnt man am günstigsten? (Stand 2025)

Wie hoch sind die Mieten in Österreich aktuell?

Laut Statistik Austria lag die durchschnittliche Hauptmietwohnung Anfang 2025 erstmals bei rund 10 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten - über das Jahr stieg dieser Wert weiter auf gut 10,4 Euro. Wichtig zu wissen: Kleine Wohnungen kosten pro Quadratmeter deutlich mehr als große. Für Wohnungen unter 40 Quadratmetern werden im Schnitt rund 13 Euro pro Quadratmeter fällig, bei 40 bis 65 Quadratmetern etwa 10,4 Euro, und ab 100 Quadratmetern sinkt der Quadratmeterpreis auf etwa 9 Euro. Wer also eine kleine Wohnung sucht, zahlt relativ betrachtet am meisten.

Der Bundesländer-Vergleich: teuer im Westen, günstig im Osten

Noch deutlicher werden die Unterschiede bei den Angebotsmieten - also den Preisen, zu denen freie Wohnungen inseriert werden. Diese liegen spürbar über dem statistischen Mittel der bestehenden Verträge und zeichnen ein klares Bild:

  • Am teuersten: Wien führt mit rund 21 Euro pro Quadratmeter Bruttomiete, dicht gefolgt von Tirol (rund 20,9 Euro), Salzburg (knapp 20 Euro) und Vorarlberg (etwa 19 Euro). Der Westen und die Bundeshauptstadt bleiben das teure Pflaster.
  • Am günstigsten: Im Burgenland wohnt man mit etwa 11,7 Euro pro Quadratmeter am preiswertesten, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark mit jeweils rund 12,7 Euro.

Innerhalb der Bundesländer schwankt es weiter: In den Landeshauptstädten und Tourismusorten wie Kitzbühel oder rund um die Seen ist es am teuersten, in ländlichen Bezirken deutlich günstiger.

Richtwert, Kategorie, frei: das österreichische Mietsystem

mietwohnung-familie

Warum die Preise so unterschiedlich sind, liegt auch am Mietrecht. In Österreich gibt es nicht einen Mietpreis, sondern mehrere Systeme nebeneinander:

  • Richtwertmieten gelten vor allem für Altbauwohnungen (Baujahr vor 1945) und sind gesetzlich gedeckelt. Der Richtwert ist je Bundesland unterschiedlich und wird regelmäßig an die Inflation angepasst.
  • Kategoriemieten betreffen ältere Verträge und orientieren sich an der Ausstattungskategorie der Wohnung.
  • Freie und angemessene Mieten gelten für Neubauten und viele private Vermietungen - hier bestimmt weitgehend der Markt den Preis.

Dazu kommen die geförderten Wohnungen: Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen unterliegen einer Mietzinsobergrenze und sind meist günstiger. Gerade in Wien, wo ein großer Teil dieses regulierten Bestands liegt, hält das die Durchschnittsmiete trotz hoher Nachfrage vergleichsweise im Zaum.

Die Mietpreisbremse 2025

Weil die Inflation die geregelten Mieten stark nach oben getrieben hätte, beschloss der Nationalrat im März 2025 das 4. Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz - die sogenannte Mietpreisbremse. Sie begrenzt die jährlichen Erhöhungen bei Richtwert- und Kategoriemietzinsen und setzte eine für April 2025 vorgesehene Anhebung der Altbaumieten aus. Wichtig: Diese Bremse betrifft ausschließlich die geregelten Mieten, nicht die freien oder angemessenen Mieten am privaten Markt. Wer eine frei vermietete Neubauwohnung mietet, profitiert davon also nicht.

Keine Maklerprovision mehr für Mieter

Eine der wichtigsten Änderungen der letzten Jahre betrifft die Maklerkosten. Seit dem 1. Juli 2023 gilt in Österreich das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn auch. Beauftragt der Vermieter einen Immobilienmakler mit der Mietersuche - der Regelfall bei inserierten Wohnungen -, darf die Provision nicht mehr auf die neuen Mieter abgewälzt werden. Für Wohnungssuchende sind über Makler angebotene Mietwohnungen damit in aller Regel provisionsfrei geworden. Das spart beim Einzug schnell mehrere Tausend Euro, denn früher waren bis zu zwei Bruttomonatsmieten plus Umsatzsteuer üblich. Diese Höchstgrenze gilt weiterhin - nur eben für die Partei, die den Makler tatsächlich beauftragt hat.

Was den Mietpreis sonst noch bestimmt

kind und mutter

Neben Bundesland und Rechtslage entscheidet vor allem die konkrete Wohnung über den Preis. Lage und Infrastruktur schlagen am stärksten zu Buche: Zentrale, gut angebundene Viertel sind teurer als der Stadtrand oder das Umland. Dazu kommt die Ausstattung - ein moderner Neubau mit Fußbodenheizung, guter Wärmedämmung, neuem Bad und Balkon oder Garten kostet mehr als eine unsanierte Altbauwohnung. Wer sparen will, weicht auf die Randlagen der teuren Städte oder auf das günstigere Umland aus, nimmt einen etwas längeren Arbeitsweg in Kauf oder sucht gezielt im geförderten Bestand von Genossenschaften.

Weitere Beiträge rund um Wohnen und Finanzen finden Sie in unserer Wohnen-Rubrik.

Häufige Fragen zu den Mietpreisen in Österreich

Wo wohnt man in Österreich am günstigsten?

Am preiswertesten ist das Burgenland, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Am teuersten sind Wien, Tirol, Salzburg und Vorarlberg. Innerhalb der Bundesländer sind ländliche Bezirke deutlich günstiger als Landeshauptstädte und Tourismusorte.

Wie viel kostet Miete pro Quadratmeter in Österreich?

Im Schnitt lag die Hauptmiete 2025 bei gut 10 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten. Kleine Wohnungen kosten pro Quadratmeter mehr (rund 13 Euro unter 40 m²), große weniger (etwa 9 Euro ab 100 m²). Angebotsmieten für freie Wohnungen liegen deutlich höher.

Muss ich als Mieter die Maklerprovision zahlen?

In der Regel nein. Seit 1. Juli 2023 gilt das Bestellerprinzip: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn. Beauftragt der Vermieter den Makler, ist die Wohnung für Suchende provisionsfrei.

Was ist die Mietpreisbremse 2025?

Ein Gesetz vom März 2025, das die jährlichen Erhöhungen bei Richtwert- und Kategoriemieten begrenzt und eine Anhebung der Altbaumieten aussetzte. Sie gilt nur für geregelte Mieten, nicht für freie Mieten am privaten Markt.

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