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Der Verlobungsring markiert einen der schönsten Momente in einer Beziehung - das Versprechen, gemeinsam durchs Leben zu gehen. Doch spätestens wenn der Ehering dazukommt, tauchen Fragen auf: An welche Hand gehört der Verlobungsring eigentlich, links oder rechts? Und was passiert nach der Hochzeit mit den beiden Ringen? Die Antwort hängt stark davon ab, wo man lebt - denn in Österreich gelten andere Bräuche als etwa in den USA. Ein Überblick über Tradition, Bedeutung und die richtige Trageweise.
Eine jahrhundertealte Tradition
Ringe als Zeichen der Verbundenheit gibt es seit der Antike. Die Idee, einen Ring am Ringfinger zu tragen, stammt aus dem alten Rom. Der erste überlieferte diamantbesetzte Verlobungsring geht auf das Jahr 1477 zurück: Damals steckte Erzherzog Maximilian von Österreich seiner Verlobten Maria von Burgund einen Ring mit Diamanten an. Von der europäischen Aristokratie ausgehend wurde der Verlobungsring über die Jahrhunderte zu einem festen Brauch - und der Diamantring zum Sinnbild des Heiratsversprechens schlechthin.
Die Bedeutung des Ringfingers
Warum ausgerechnet der vierte Finger? Die alten Römer glaubten, von diesem Finger führe eine Ader direkt zum Herzen - die sogenannte Vena amoris, die “Ader der Liebe”. Ein Symbol der Liebe auf dem Verlauf dieser vermeintlichen Lebensader zu tragen, ergab für Verliebte einen poetischen Sinn. Anatomisch gibt es diese Ader zwar nicht, doch die Vorstellung ist bis heute so romantisch geblieben, dass der vierte Finger überall auf der Welt der Ringfinger ist. Nur die Frage, an welcher Hand er sitzt, beantworten die Länder unterschiedlich.
Links oder rechts? Die Tradition in Österreich
Hier lohnt der genaue Blick, denn im deutschsprachigen Raum ist es genau umgekehrt zur oft gezeigten Hollywood-Variante. In Österreich - ebenso wie in Deutschland - gilt klassisch:
- Der Verlobungsring wird bis zur Hochzeit an der linken Hand getragen.
- Der Ehering kommt nach der Trauung an die rechte Hand.
Nach der Hochzeit kann der Verlobungsring dann als sogenannter Vorsteckring an der rechten Hand vor dem Ehering weitergetragen werden - oder er wandert in die Schmuckschatulle und wird zu besonderen Anlässen angelegt. Eine charmante regionale Ausnahme gibt es übrigens in Tirol: Dort werden die Ringe traditionell vertauscht getragen, der Verlobungsring also rechts und der Ehering links.
Wie es anderswo gehandhabt wird
Aus Filmen kennen viele die andere Variante: In den USA, Großbritannien und Frankreich sitzen sowohl Verlobungs- als auch Ehering an der linken Hand - der Verlobungsring bleibt dort einfach liegen, und der Ehering wird davor oder danach ergänzt. In Ländern wie Russland, Griechenland oder Kolumbien wiederum ist die rechte Hand für beide Ringe üblich. Wer international heiratet oder Wurzeln in verschiedenen Ländern hat, kann also getrost der Tradition folgen, die sich für das Paar am stimmigsten anfühlt - eine feste Regel, die überall gilt, gibt es nicht.
Nach der Hochzeit: beide Ringe kombinieren
Viele Paare möchten Verlobungs- und Ehering dauerhaft gemeinsam tragen. Dafür gibt es mehrere schöne Wege:
- Beide an einer Hand: Wer beide Ringe an derselben Hand trägt, steckt üblicherweise zuerst den Ehering auf - so bleibt er symbolisch näher am Herzen - und den Verlobungsring davor.
- Zusammenlöten: Manche lassen die beiden Ringe von einem Juwelier zu einem einzigen Schmuckstück verbinden. Das symbolisiert die Verbindung besonders schön, macht die Ringe aber untrennbar.
- An einer Kette: Wer im Beruf keine Ringe tragen darf oder möchte - etwa in Pflege- oder Handwerksberufen -, trägt den Ring an einer feinen Kette um den Hals.
Worauf es am Ende ankommt
So schön die Traditionen sind - verbindlich vorgeschrieben ist keine davon. Der Verlobungsring ist ein persönliches Symbol, und wie und wo Sie ihn tragen, entscheiden Sie selbst. Manche halten sich bewusst an den heimischen Brauch, andere wählen die Hand, an der der Ring einfach am bequemsten sitzt oder am besten aussieht. Wichtig ist allein, dass der Ring für Sie das bedeutet, wofür er steht: ein Versprechen, das von Herzen kommt.
Weitere Beiträge rund um Liebe und Hochzeit finden Sie in unserer Rubrik Liebe & Hochzeit.
Häufige Fragen zum Verlobungsring
An welcher Hand trägt man den Verlobungsring in Österreich?
Traditionell an der linken Hand - bis zur Hochzeit. Danach wird der Ehering an der rechten Hand getragen, und der Verlobungsring kann als Vorsteckring rechts davor weitergetragen werden. In Tirol ist es umgekehrt.
Warum tragen Amerikaner den Ring an der anderen Hand?
In den USA, Großbritannien und Frankreich sitzen Verlobungs- und Ehering an der linken Hand. Das ist einfach eine andere Landestradition - im deutschsprachigen Raum ist die rechte Hand für den Ehering üblich.
Was macht man nach der Hochzeit mit dem Verlobungsring?
Man kann ihn als Vorsteckring gemeinsam mit dem Ehering tragen, beide Ringe zu einem Schmuckstück verbinden lassen oder den Verlobungsring nur zu besonderen Anlässen anlegen.
Wer bekam den ersten Diamant-Verlobungsring?
Überliefert ist das Jahr 1477: Erzherzog Maximilian von Österreich steckte Maria von Burgund einen mit Diamanten besetzten Ring an. Das gilt als einer der ersten diamantbesetzten Verlobungsringe der Geschichte.