
Der Umgang mit Geld will gelernt sein, und je früher Kinder ein Gefühl dafür entwickeln, desto leichter fällt später der verantwortungsvolle Umgang mit dem eigenen Einkommen. Ein eigenes Konto ist dabei ein wichtiger Baustein. Es macht Taschengeld und Erspartes greifbar, zeigt schwarz auf weiß, was reinkommt und rausgeht, und bereitet auf das erste Gehaltskonto vor. In Österreich hängt allerdings vieles vom Alter ab, denn wie viel ein Kind selbst entscheiden darf, regelt das Gesetz genau.
Wer ab welchem Alter über Geld verfügen darf
Das österreichische Recht staffelt die Geschäftsfähigkeit nach dem Alter. Diese Stufen bestimmen, was ein Kind rund ums Konto selbst tun darf und wofür die Eltern gebraucht werden:
- Unter 7 Jahren: Kinder gelten als geschäftsunfähig. Erlaubt sind nur altersübliche Kleinigkeiten des täglichen Lebens, geregelt im sogenannten Taschengeldparagraphen (§ 170 ABGB). Ein Konto wird in diesem Alter ausschließlich von den Eltern als gesetzliche Vertreter geführt.
- 7 bis 14 Jahre: In diesem Alter dürfen Kinder Geschenke annehmen und kleine Geschäfte des Alltags tätigen, etwa mit dem Taschengeld. Größere Verpflichtungen sind ohne Zustimmung der Eltern nicht wirksam.
- Ab 14 Jahren: Mündige Minderjährige dürfen über selbst verdientes Geld, zum Beispiel eine Lehrlingsentschädigung, weitgehend frei verfügen, solange dadurch nicht der eigene Unterhalt gefährdet wird. Deshalb bieten viele Banken das klassische Jugendkonto ab 14 an.
- Ab 18 Jahren: Mit der Volljährigkeit ist die Person voll geschäftsfähig und kann alle Bankgeschäfte ohne Zustimmung abschließen.
Die genaue Altersgrenze für ein eigenes Jugendkonto legt jede Bank selbst fest. Es lohnt sich also, vor der Eröffnung bei mehreren Instituten nachzufragen.
Das Konto für die Kleinen: von den Eltern geführt
Für jüngere Kinder eröffnen die Eltern ein Konto auf den Namen des Kindes und verwalten es treuhändisch. In der Praxis dient es meist als Sparkonto, auf das Geburtstagsgeld, Beträge von den Großeltern oder ein monatlicher Sparbeitrag fließen. Das Geld gehört rechtlich dem Kind, die Eltern verwalten es aber im Sinne des Kindeswohls. So wächst über die Jahre ein Grundstock heran, der später beim Führerschein, der ersten Wohnung oder der Ausbildung hilft.
Das Jugendkonto ab 14: mehr Selbstständigkeit
Mit dem Jugendkonto beginnt für Teenager der eigenständige Umgang mit Geld. Zum Konto gehört in der Regel eine Bankomatkarte, mit der sich Geld abheben und bargeldlos bezahlen lässt. Diese Freiheit hat allerdings Grenzen: Ein Jugendkonto lässt sich üblicherweise nicht überziehen, es gibt also keinen Dispokredit. Das ist bewusst so gestaltet und ein Vorteil, denn es verhindert Schulden und zwingt dazu, mit dem vorhandenen Guthaben auszukommen. Ausgezahlt wird nur, was auch da ist.
Gerade Lehrlinge und Schülerinnen mit Ferienjob lernen so, ihr Einkommen einzuteilen, Fixkosten wie ein Handy-Abo im Blick zu behalten und für größere Wünsche zu sparen. Online-Banking und eine App machen den Kontostand jederzeit sichtbar, was das Bewusstsein für die eigenen Finanzen zusätzlich schärft.
Worauf Eltern bei der Auswahl achten sollten
Nicht jedes Konto ist gleich gut geeignet. Diese Punkte sind bei der Auswahl entscheidend:
- Kostenfreiheit: Jugend- und Schülerkonten sind bei den meisten Banken bis zu einem bestimmten Alter oder bis zum Ende der Ausbildung kostenlos. Achten Sie auf versteckte Gebühren für Karte oder Buchungen.
- Keine Überziehungsmöglichkeit: Ein Konto ohne Dispo schützt vor Schulden und ist für den Einstieg die sicherere Wahl.
- Einfaches Online-Banking: Eine übersichtliche App hilft dem Kind, den Überblick zu behalten, und erleichtert Eltern die Begleitung.
- Kartenlimits: Viele Banken erlauben es, tägliche oder wöchentliche Abhebe- und Zahlungslimits festzulegen. Das gibt Sicherheit, ohne die Selbstständigkeit zu beschneiden.
Das Konto als Werkzeug der Finanzbildung
Ein Konto allein macht noch niemanden zum Finanzprofi. Entscheidend ist, es als Anlass zu nutzen, um über Geld zu sprechen. Erklären Sie, warum sich Sparen lohnt, wie ein Dauerauftrag funktioniert und weshalb man nicht mehr ausgeben sollte, als hereinkommt. Sinnvoll ist es, das Kind altersgerecht selbst entscheiden zu lassen und auch kleine Fehler zuzulassen, denn aus einem leeren Konto vor dem Monatsende lernt man mehr als aus jeder Ermahnung. Ein fester monatlicher Betrag statt sporadischer Zuwendungen macht das Budgetieren berechenbar und übt Planung.
Wenn aus dem Jugendlichen später ein Berufseinsteiger wird, ist der Übergang zum vollwertigen Gehaltskonto nur ein kleiner Schritt. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie in unserem großen Ratgeber zum Girokonto in Österreich. Für Familien mit Kindern lohnt außerdem ein Blick auf staatliche Leistungen wie die Familienbeihilfe, die sich ebenfalls gezielt fürs Kind ansparen lässt.
Sparen fürs Kind: mehr als das Girokonto
Ein Konto eignet sich gut für den laufenden Umgang mit Geld, für den langfristigen Vermögensaufbau gibt es aber passendere Wege. Ein klassisches Sparbuch oder Sparkonto ist sicher und jederzeit verfügbar, wirft in Niedrigzinsphasen jedoch kaum Ertrag ab und verliert real durch die Inflation an Wert. Wer über viele Jahre spart, etwa von der Geburt bis zur Volljährigkeit, kann diesen langen Zeithorizont nutzen. Ein staatlich gefördertes Bausparen bietet eine überschaubare, sichere Verzinsung plus staatliche Prämie und eignet sich für mittelfristige Ziele. Für sehr lange Laufzeiten ziehen manche Eltern zusätzlich einen breit gestreuten Wertpapier-Sparplan in Betracht, der höhere Renditechancen bietet, aber auch Kursschwankungen unterliegt und deshalb nur für Geld gedacht ist, das lange nicht gebraucht wird. Wichtig ist, Sicherheit, Verfügbarkeit und Renditechance bewusst gegeneinander abzuwägen und im Zweifel eine unabhängige Beratung einzuholen.
Kurz zusammengefasst
Ein Konto fürs Kind ist mehr als ein Aufbewahrungsort für Geburtstagsgeld. Für die Kleinen führen es die Eltern treuhändisch und legen damit den Grundstein fürs Sparen, ab 14 übernimmt der Nachwuchs mit dem Jugendkonto Schritt für Schritt selbst Verantwortung. Wichtig sind ein kostenloses Konto ohne Überziehungsmöglichkeit, klare Limits und vor allem das begleitende Gespräch über Geld. So wird das Konto zum Übungsfeld für einen souveränen Umgang mit Finanzen, der ein Leben lang trägt.
Quellen: oesterreich.gv.at: Geschäftsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen und Arbeiterkammer Wien: FAQ Jugendkonto.