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Förderungen für Zwillinge und Mehrlinge in Österreich

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Doppeltes Glück bedeutet auch doppelte Ausgaben: Wer Zwillinge oder Mehrlinge bekommt, steht vor einer besonderen finanziellen Herausforderung. Zum Glück gibt es in Österreich eine Reihe von Förderungen speziell für Mehrlingsfamilien - vom Bund und von den Bundesländern. Wir geben einen Überblick, welche Unterstützungen Ihnen zustehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Mehrlingen erhöht sich das Kinderbetreuungsgeld um 50 Prozent pro weiterem Kind
  • Das Wochengeld wird bei Mehrlingsgeburten länger (zwölf Wochen nach der Geburt) gewährt
  • Die Familienbeihilfe steigt durch die Geschwisterstaffelung
  • Die Bundesländer bieten eigene, meist einmalige Mehrlingszuschüsse

Bundesweite Förderungen für Mehrlinge

Auf Bundesebene gibt es mehrere Leistungen, die Mehrlingsfamilien zugutekommen:

  • Erhöhtes Kinderbetreuungsgeld: Bei Mehrlingen erhöht sich das Kinderbetreuungsgeld um 50 Prozent des jeweiligen Tagesbetrags für jedes weitere Mehrlingskind - bei Zwillingen bekommt man also den vollen Satz plus die Hälfte dazu.
  • Längeres Wochengeld: Bei einer Mehrlingsgeburt wird das Wochengeld nach der Entbindung länger, nämlich für zwölf statt acht Wochen, gewährt. Das hängt mit der verlängerten Schutzfrist im Mutterschutz zusammen.
  • Familienbeihilfe mit Geschwisterstaffelung: Jedes Kind erhält Familienbeihilfe, und durch die Geschwisterstaffelung steigt der Betrag pro Kind, je mehr Kinder in der Familie leben. Ab dem dritten Kind kommt gegebenenfalls der einkommensabhängige Mehrkindzuschlag dazu.

Landesförderungen: von Bundesland zu Bundesland verschieden

Zusätzlich zu den Bundesleistungen bieten die meisten Bundesländer eigene Mehrlingszuschüsse an - meist einmalige, einkommensunabhängige Zahlungen zur Unterstützung in der ersten, besonders teuren Phase. Die Höhe unterscheidet sich deutlich. Einige Beispiele:

  • Niederösterreich: 700 Euro für Zwillinge, 1.000 Euro für Drillinge, für jedes weitere Mehrlingskind zusätzlich 300 Euro.
  • Oberösterreich: für Zwillinge 550 Euro plus einen Gutschein für den mobilen Familiendienst, für Drillinge entsprechend mehr.
  • Burgenland: eine einmalige Förderung von rund 700 Euro für Zwillinge.
  • Steiermark: eine Erhöhung um 600 Euro je weiterem Mehrlingskind.
  • Tirol: ein einkommensunabhängiger, nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss pro Mehrlingsgeburt.

Da sich die Beträge und Voraussetzungen ändern können und in jedem Bundesland anders sind, sollten Sie sich unbedingt direkt beim zuständigen Land oder über das jeweilige Familienportal informieren.

Weitere Bundesländer im Blick behalten

Neben den genannten Beispielen bieten auch die übrigen Bundesländer eigene Modelle - teils als einmaliger Zuschuss, teils in Kombination mit Sachleistungen oder Gutscheinen. Die Voraussetzungen, Fristen und Beträge werden von den Ländern selbst festgelegt und gelegentlich angepasst. Wer Zwillinge oder Mehrlinge erwartet, sollte sich daher gezielt beim eigenen Bundesland informieren - meist über die Familien- oder Sozialabteilung des Landes oder über ein eigenes Familienportal. Oft gibt es dort auch eine Übersicht aller Familienförderungen auf einen Blick, sodass man neben dem Mehrlingszuschuss keine weiteren Leistungen übersieht. Ein frühzeitiger Blick lohnt sich, weil manche Anträge nur innerhalb weniger Monate nach der Geburt möglich sind.

So beantragen Sie die Förderungen

Die Bundesleistungen wie Kinderbetreuungsgeld und Wochengeld laufen über die Krankenkasse (ÖGK), die Familienbeihilfe über das Finanzamt - hier greift meist die antragslose Auszahlung. Die Landesförderungen müssen dagegen in der Regel aktiv beantragt werden, oft innerhalb einer bestimmten Frist nach der Geburt und mit Nachweisen wie der Geburtsurkunde und einem Meldenachweis. Es lohnt sich, die Anträge frühzeitig zu stellen und keine Fristen zu versäumen.

Weitere Unterstützung für Mehrlingsfamilien

Neben dem Geld gibt es auch praktische Hilfe. Viele Bundesländer und Organisationen wie die Caritas bieten mobile Familiendienste oder Haushaltshilfen an, die Mehrlingseltern gerade in den ersten Monaten entlasten. Auch Selbsthilfegruppen und Vereine für Mehrlingsfamilien sind eine wertvolle Anlaufstelle - hier gibt es Austausch, Second-Hand-Ausstattung und emotionale Unterstützung von Menschen, die in derselben Situation sind.

Warum Zwillinge finanziell besonders fordern

Der Grund für die speziellen Förderungen liegt auf der Hand: Bei Zwillingen fällt vieles doppelt an - zwei Kinderbetten, zwei Autositze, doppelte Windel- und Kleidungsmengen und oft ein größeres, teureres Auto oder ein spezieller Zwillingskinderwagen. Gerade in den ersten Monaten summieren sich die Anschaffungen erheblich. Die einmaligen Landeszuschüsse und das erhöhte Kinderbetreuungsgeld sollen diese außergewöhnliche Belastung abfedern. Ein Tipp: Vieles lässt sich gebraucht kaufen oder von anderen Mehrlingsfamilien übernehmen - das schont das Budget und die Umwelt. Auch Babyausstattung im Doppelpack findet man oft günstig auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Börsen.

Häufige Fragen

Bekommt man für Zwillinge mehr Kinderbetreuungsgeld?

Ja. Bei Mehrlingen erhöht sich das Kinderbetreuungsgeld um 50 Prozent des Tagesbetrags für jedes weitere Mehrlingskind.

Welche Landesförderung bekomme ich für Zwillinge?

Das hängt vom Bundesland ab - die einmaligen Zuschüsse reichen je nach Land von einigen hundert Euro aufwärts. Informieren Sie sich beim zuständigen Land, meist ist ein Antrag nötig.

Muss ich die Förderungen beantragen?

Bundesleistungen wie die Familienbeihilfe laufen oft automatisch, die Landesförderungen müssen Sie dagegen meist aktiv und fristgerecht beantragen.

Fazit

Mehrlingsfamilien werden in Österreich auf mehreren Ebenen unterstützt: durch erhöhtes Kinderbetreuungsgeld, längeres Wochengeld und die Familienbeihilfe vom Bund sowie durch einmalige Zuschüsse der Bundesländer. Weil die Landesförderungen unterschiedlich hoch sind und beantragt werden müssen, lohnt sich frühzeitiges Informieren - so lassen Sie kein Geld liegen. Zusätzlich zur finanziellen Hilfe können praktische Angebote wie Familiendienste die anstrengende Anfangszeit mit Zwillingen oder Drillingen spürbar erleichtern.

Weitere Beiträge rund um Familie und Kinder finden Sie in unserer Familie-Rubrik.

Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr - maßgeblich sind die offiziellen Auskünfte der zuständigen Stellen (Land, Gemeinde, Finanzamt).

Mehr dazu
  1. Kindergeld in Österreich 2026: So hoch ist die Familienbeihilfe
  2. Karenz in Österreich: Modelle, Dauer und Kinderbetreuungsgeld
  3. Mutterschutz in Österreich: Fristen, Rechte und Wochengeld
  4. Gratis-Kindergarten in Österreich: Das kostenlose Kindergartenjahr

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