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Burg Riegersburg: Öffnungszeiten, Aufstieg und die Gallerin

Burg auf einem Felsen über der steirischen Hügellandschaft im Herbstlicht (Illustration)

Sieben Tore, elf Basteien, vier Kilometer Wehrmauern und zwei Burggräben: Die Riegersburg sitzt auf einem Vulkanfelsen über dem südoststeirischen Hügelland und gilt als nie eroberte Festung. Ihr heutiges Gesicht verdankt sie einer Frau, die im 17. Jahrhundert tat, was sich für Frauen nicht gehörte. Am 26. Oktober 2026 tritt die Burg für die Steiermark bei “9 Plätze - 9 Schätze” an.

Burg Riegersburg auf einen Blick

  • Ort: Riegersburg, Südoststeiermark (PLZ 8333)
  • Erste Erwähnung: 1128 als “Ruotkerspurch”, benannt nach einem Besitzer namens Rüdiger
  • Besitzer: Familie Liechtenstein, seit 1822
  • Museen: Burgmuseum, Hexenmuseum und Waffenmuseum
  • Aufstieg: Panoramalift (seit 2003), historischer Burgweg (15 bis 20 Minuten) oder Klettersteig (seit 2011)
  • Saison 2026: täglich bis 1. November, danach Winterpause bis Ende März
  • Greifvogelschau: Montag bis Samstag um 11 und 15 Uhr, Sonn- und Feiertag um 11, 14 und 16 Uhr

Die Gallerin: eine Burgherrin gegen alle Regeln

Freifrau Elisabeth Katharina Wechsler, um 1607 geboren, erbte die Riegersburg von ihrem kinderlos gestorbenen Bruder Seyfried und führte sie nach Angaben des Burgmuseums von 1637 bis 1672. Ihr erster Mann war Hans Wilhelm von Galler, aus dieser Ehe stammt die einzige Tochter Regina - und der Beiname, unter dem die Burgherrin bekannt wurde: die Gallerin.

Die Führung der Herrschaft überließ sie nicht ihrem Mann, wie es üblich war, sondern nahm sie selbst in die Hand. Sie führte zahlreiche Prozesse, scheute keinen Streit und baute, bis die Anlage ihre heutige Gestalt hatte. Der Volksmund nannte sie dafür die “Schlimme Liesl”. Zweimal wurde sie Witwe: Ihr zweiter Mann, ein Oberst, fiel vier Jahre nach der Hochzeit im Krieg. Von ihrem dritten, rund 35 Jahre jüngeren Ehemann ließ sie sich scheiden. Nach ihrem Tod 1672 ging die Burg an Tochter und Schwiegersohn, der die begonnenen Bauarbeiten abschloss.

Das Burgmuseum widmet ihr und einer zweiten Frau eine ganze Schau über das 17. Jahrhundert. Die Legenden über beide seien inzwischen bekannter als die belegte Geschichte, schreibt die Burg selbst.

Katharina Paldauf und das Hexenmuseum

Die zweite Frau ist Katharina Paldauf, die Gattin des Burgpflegers. Sie geriet in den großen Feldbacher Hexenprozess der Jahre 1673 bis 1675, bei dem rund 95 Männer und Frauen beschuldigt wurden. Ihr warf man vor, mit Hagel und Unwetter die Ernte der Bauern vernichtet zu haben. Sie wurde hingerichtet. Dass sie bis heute die “Blumenhexe” heißt, nennt die Burg eine Verharmlosung.

Das Hexenmuseum geht auf die steirische Landesausstellung “Hexen und Zauberer” von 1987 zurück, die rund 360.000 Menschen besuchten. 2017 wurde es neu gestaltet, mit Video- und Tonstationen. Es erzählt, dass in der Steiermark im 17. und bis Mitte des 18. Jahrhunderts etwa 300 angeblichen Hexen und Zauberern der Prozess gemacht wurde - und dass Ausgrenzung und Verfolgung kein abgeschlossenes Kapitel sind.

Hinauf: Lift, Burgweg oder Klettersteig

Die Kabine des Panoramalifts fasst 20 Personen und überwindet die rund 90 Höhenmeter in etwas mehr als einer Minute. An der Liftstation gibt es einen großen Parkplatz. Wer lieber geht, startet bei der Pfarrkirche im Ort: Der Burgweg ist ein naturbelassener Felsweg, 15 bis 20 Minuten lang, mit gutem Schuhwerk machbar und nicht für Kinderwagen oder Rollstühle geeignet.

Dritte Variante ist der Leopold-Klettersteig, der seit 2011 am Burgfelsen entlangführt. Dazu kommen weitere Routen, darunter das Gallerin-Dach; der Jungfernsteig darf nur mit Guide begangen werden. Für die Klettersteige braucht es mindestens das Knappenticket, und mit gültigem Ticket sind Burgweg und Steige während der Saison rund um die Uhr zugänglich. Für Auf- oder Abstieg sollten Sie mindestens 30 Minuten einplanen.

Was oben wartet

Das Burgmuseum führt durch die Prunkräume, das Waffenmuseum zeigt Rüstungen, Degen, Gewehre und Pistolen aus rund 400 Jahren, mit dem Schwerpunkt auf dem 17. Jahrhundert, als die Riegersburg als “stärkste Feste der Christenheit” galt. Bemerkenswert: Ausgewählte Stücke dürfen angefasst werden, die Burg wünscht es ausdrücklich.

Die Greifvogelschau dauert etwa 50 Minuten, Einlass ist 30 Minuten vor Beginn. Bei starkem Wind oder Regen fällt sie aus, das Ticket gilt dann für einen anderen Tag derselben Saison. Die beste Aussicht haben Sie vom Lichteneggerplatz und von der Burgtaverne, beide im Außenbereich. Auf dem Gelände der Niederen Veste Lichtenegg, einer zweiten mittelalterlichen Festung, ist heute eine Aussichtsplattform.

Öffnungszeiten, Eintritt und Praktisches für 2026

Laut Preis- und Öffnungszeitenliste der Burg gilt in der Saison 2026: bis Ende April täglich 10 bis 17 Uhr, Mai bis September täglich 9 bis 18 Uhr, Oktober bis 1. November täglich 10 bis 17 Uhr. In die Burginnenräume und Museen kommen Sie bis eine Stunde vor Schließung. Die letzte Talfahrt mit dem Lift ist im April und Oktober um 17 Uhr, von Mai bis September um 18 Uhr.

Die Tickets der Saison 2026 für Erwachsene (Kinder von 6 bis 15 Jahren zahlen weniger):

  • Knappenticket (außen): 8,50 Euro - Auf- und Abstieg, Burgareal mit Aussicht und Taverne
  • Ritterticket (außen und innen): 23,90 Euro - dazu Prunkräume, Innenhöfe und alle drei Museen
  • Prinzenticket: 36,90 Euro - wie das Ritterticket, plus Greifvogelschau
  • Führung: 5 Euro Aufpreis, Audioguide 3,50 Euro

Reservieren müssen Einzelbesucher und Familien nicht. Führungen gibt es an Sonn- und Feiertagen: um 12.30 Uhr durch das Burgmuseum, um 13.30 Uhr durch das Hexenmuseum, je rund 45 Minuten. In den Herbstferien, vom 26. Oktober bis 1. November, gibt es täglich um 12.15 Uhr eine Kinderführung für Sechs- bis Neunjährige und um 14 Uhr eine Führung durch das Burgmuseum; beide sind nur mit Reservierung möglich.

Hunde dürfen auf den Burgberg, aber nicht in die Museen und Innenräume. Barrierefrei ist die Burg nur teilweise: Der Lift nimmt Kinderwagen mit, im Inneren gibt es viele Stufen. Bei Gewitter oder sehr starkem Wind kann der Lift kurz abgeschaltet werden. Besucherzentrum am Burglift: Riegersburg 217, 8333 Riegersburg, Telefon der Burg +43 3153 8213. Stand der Angaben: 8. Oktober 2026.

Die Riegersburg bei 9 Plätze - 9 Schätze

Der ORF Steiermark stellt sie als Familienausflugsziel mit Burgtaverne, Spielplatz und Erlebnisführungen vor. Für die Steiermark tritt sie mit der Patin Cornelia Hütter und der “Bundesland heute”-Moderatorin Renate Rosbaud an. Das Bundesland hat den Wettbewerb schon dreimal gewonnen: mit dem Grünen See in Tragöß, der Strutz-Mühle und dem Friedenskircherl am Stoderzinken. Wie die anderen acht Finalisten abschneiden und wie die Abstimmung funktioniert, steht in der Übersicht zu 9 Plätze - 9 Schätze 2026.

Weitere Ausflugsziele und Reisen finden Sie in unserer Reisen-Rubrik.

FAQ: Häufige Fragen zur Riegersburg

Wann hat die Riegersburg geöffnet?

In der Saison 2026 täglich bis 1. November: bis Ende April und im Oktober von 10 bis 17 Uhr, von Mai bis September von 9 bis 18 Uhr. Von November bis Ende März ist die Burg geschlossen.

Wie komme ich auf die Riegersburg?

Mit dem Panoramalift ab dem Besucherzentrum, zu Fuß über den historischen Burgweg ab der Pfarrkirche (15 bis 20 Minuten) oder über den Klettersteig.

Wer war die Gallerin?

Elisabeth Katharina Wechsler, die von 1637 bis 1672 Burgherrin der Riegersburg war und der Anlage ihre heutige Gestalt gab. Der Volksmund nannte sie die “Schlimme Liesl”.

Wer war die Riegersburger Blumenhexe?

Katharina Paldauf, Gattin des Burgpflegers, wurde im Feldbacher Hexenprozess 1673 bis 1675 beschuldigt und hingerichtet. Die Burg bezeichnet den Namen “Blumenhexe” als Verharmlosung.

Wem gehört die Riegersburg?

Seit 1822 der Familie Liechtenstein, die auch für die Erhaltung der Anlage aufkommt.

Sind Hunde auf der Riegersburg erlaubt?

Auf dem Burgberg ja, angeleint und im Lift mit Maulkorb. In den Museen und Burginnenräumen sind Hunde nicht erlaubt.

Ist die Riegersburg barrierefrei?

Nur teilweise. Der Lift fährt auf den Burgberg, aber der Burgweg und das Innere sind wegen Felsweg, Drehkreuz und vieler Stufen für Rollstühle und Kinderwagen nicht geeignet.

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