
Zwölf Ecken, vier Fenster, ein Turm von neun Metern, und jedes Maß hat eine Bedeutung: Die St. Vinzenz Friedenskirche auf dem Westgipfel des Hochgründecks im Salzburger Pongau steht auf 1.808 Metern Höhe, ist ganz aus Holz und entstand aus dem Entwurf des Hüttenwirts selbst. Die Idee dazu hatte er 1979, gebaut wurde ab 2003. Am 26. Oktober 2026 tritt sie für Salzburg bei “9 Plätze - 9 Schätze” an.
Friedenskirche Hochgründeck auf einen Blick
- Lage: Westgipfel des Hochgründecks, Pongau, Salzburg, auf 1.808 Metern
- Bauherr: Hüttenwirt Hermann Hinterhölzl, nach eigenem Entwurf
- Gebaut: Bau ab dem Sommer 2003, aus Holz der unmittelbaren Umgebung
- Geweiht: dem heiligen Vinzenz von Valencia, Schutzpatron der Holzfäller
- Zugang: nur zu Fuß, zwei bis drei Stunden aus dem Tal; die Kirche ist immer offen
- Hütte: Heinrich-Kiener-Haus, Mittwoch bis Montag geöffnet, dienstags Ruhetag
- Aussicht: 360 Grad, laut Hütte über 300 Gipfel
Eine Kirche aus lauter Zahlen
Hermann Hinterhölzl hatte die Idee für eine Kirche am Hochgründeck schon 1979, den Entschluss zum Bau fasste er erst 2002. Das Behördenverfahren dauerte acht Monate, im Sommer 2003 begann der Bau. Der Grundriss ist ein Kreuz, und zählt man alle Winkel innen und außen zusammen, ergeben sich zwölf Eckpunkte, die Zahl der Apostel und der Monate. Die Namen der zwölf Apostel sind in die Wände geschnitzt, dazu kommen drei Friedenssymbole im Inneren.
Die Hütte verrät noch mehr über die Symbolik: Die Kreuzbalken sind 3,65 Zentimeter breit, wie das Jahr Tage hat, die vier Fenster stehen für die vier Jahreszeiten, die Turmspitze liegt neun Meter über dem Boden, wie die neun Monate vor einer Geburt. Das Holz stammt aus der Umgebung, und es war ein Gemeinschaftswerk: Nachbarn und Bergfreunde halfen mit, andere spendeten. Der Zimmermeister war Hinterhölzls Nachbar, das Wissen über alten Kirchenbau hatte sich der Bauherr selbst angelesen.
Die große Glocke wiegt 1.040 Kilogramm. Sie kam, weil Radfahrer aus Anthering im Flachgau erzählten, vor ihrer Kirche stehe eine Glocke, für die ein Verwendungszweck gesucht werde. Die Gemeinde Anthering schenkte sie, und wer aus Anthering zu Besuch ist, darf läuten.
Der Wirt, der eine Hütte ungesehen kaufte
Das Hochgründeck ist seit 1876 touristisch erschlossen, damals entstand ein Schutzhaus. Ende der 1970er-Jahre stand es zum Verkauf. Hermann Hinterhölzl war 23 Jahre alt und Hüttenwirt am Hochkönig, er konnte dort gerade nicht weg und kaufte die Hütte ohne Besichtigung um eine Million Schilling. Seit 1999 führt er sie selbst.
Das Heinrich-Kiener-Haus gilt als eine der umweltfreundlichsten Hütten der Alpen. Der Strom kommt ausschließlich aus Photovoltaik, und die kompostierenden Umwelttoiletten, eine Idee des Hüttenwirts Hermann senior, haben den Energy Globe, den Europäischen Solarpreis und das Österreichische Umweltzeichen eingebracht. Das Gebiet bewirtschaften die Österreichischen Bundesforste, der Berg zählt zu den am höchsten bewaldeten Europas.
Hinauf: nur zu Fuß, und das dauert
Mit dem Auto ist der Platz nicht erreichbar. Je nachdem, ob man in Hüttau, St. Johann oder Wagrain startet, geht man zwei bis drei Stunden. Die Hütte nennt außerdem Bischofshofen als Ausgangspunkt und listet Themenwege: einen Meditationswanderweg ab der Klammalm bei Hüttau, einen Musikwanderweg ab Ginau bei Wagrain, den Jägersteig, auf dem auch der St.-Rupert-Pilgerweg verläuft. Mountainbiken geht ebenfalls, an der Hütte gibt es eine Ladestation für E-Bikes.
Mit den Öffis fahren Sie mit der Bahn bis St. Johann im Pongau und weiter mit dem Regionalbus 530 Richtung Wagrain, von der Haltestelle Wagrain Ortsmitte geht es zu Fuß zur Hütte. Mit dem Auto nehmen Sie die A10 bis zur Ausfahrt Hüttau und parken bei der Klammalm, oder Sie parken in St. Johann auf dem Parkplatz Steinbauer. Die Kirche steht gleich oberhalb der Hütte.
Zur Planung: Die Hütte hat von Mittwoch bis Montag durchgehend geöffnet, der Dienstag ist Ruhetag. Wie lange sie im Spätherbst offen hat, steht auf der Seite nicht, rufen Sie vorab an: +43 664 2774558 (Heinrich-Kiener-Haus, Ginau 17, 5600 St. Johann im Pongau).
Übernachten, Feiern, Einkehren
Das Haus hat Zimmer für drei bis acht Personen und ein Lager mit acht, erweiterbar auf zehn Betten, die Nacht mit Frühstücksbuffet kostet laut Hütte 45 Euro für Erwachsene im Zimmer, 39 Euro für Kinder, 40 Euro im Lager. Reserviert wird telefonisch, Schlafsäcke braucht niemand. Hunde sind willkommen, wenn sie sich mit dem Hüttenhund vertragen. Die Küche serviert regionale Speisen, dazu gibt es Bier vom Fass.
Die Kirche steht jedem offen, viele zünden eine Kerze an. Hochzeiten und Taufen sind auf Anfrage möglich. Zwei Termine im Jahreslauf: die Bergmesse am ersten Septembersonntag und das Hochgründeck-Ranggln an Maria Himmelfahrt, das nach Angaben der Hütte eine über 130-jährige Tradition hat.
Die Friedenskirche bei 9 Plätze - 9 Schätze
In der Vorauswahl wurde sie als zweiter von drei Salzburger Kandidaten vorgestellt, das Publikum wählte sie ins Finale. Das Patenpaar sind Anna Buchegger und die “Salzburg heute”-Moderatorin Viola Wörter. Salzburg hat den Wettbewerb 2024 mit der Gadaunerer Schlucht erstmals gewonnen, 2022 siegte mit dem Friedenskircherl am Stoderzinken in der Steiermark schon einmal eine Bergkirche. Alle neun Finalisten und die Wertung stehen in der Übersicht zu 9 Plätze - 9 Schätze 2026.
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FAQ: Häufige Fragen zum Hochgründeck
Wie komme ich zur Friedenskirche auf dem Hochgründeck?
Nur zu Fuß. Je nach Startpunkt (Hüttau, St. Johann im Pongau, Wagrain oder Bischofshofen) braucht man etwa zwei bis drei Stunden, mit dem Auto geht es nicht.
Wer hat die Friedenskirche gebaut?
Der Hüttenwirt Hermann Hinterhölzl nach eigenem Entwurf, mit Nachbarn, Bergfreunden und Spenden. Gebaut wurde ab dem Sommer 2003 aus Holz der Umgebung.
Warum hat die Friedenskirche zwölf Ecken?
Weil in Kirchen die Zahl Zwölf steckt: zwölf Apostel, zwölf Monate. Der Grundriss ist ein Kreuz, die Winkel ergeben zwölf Eckpunkte.
Ist die Friedenskirche offen?
Ja, sie steht für alle immer offen. Hochzeiten und Taufen sind auf Anfrage möglich.
Wann hat das Heinrich-Kiener-Haus geöffnet?
Von Mittwoch bis Montag durchgehend, dienstags ist Ruhetag. Zu den Saisonzeiten im Spätherbst am besten vorab telefonisch nachfragen.
Kann man auf dem Hochgründeck übernachten?
Ja, im Heinrich-Kiener-Haus, in Zimmern oder im Lager. Reservierung telefonisch unter +43 664 2774558.
Wie hoch liegen Friedenskirche und Hütte?
Die Friedenskirche auf dem Westgipfel auf 1.808 Metern, die Hütte auf rund 1.800 Metern.