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Hutterer Böden: Hössbahn, Hössrunde und Anreise

Almhütten und Rinder an einem Bergteich vor einer Kalkwand (Illustration)

Im Winter führt eine Weltcupstrecke über den Berg, im Sommer weiden Pustertaler Sprinzen, und dazwischen liegt ein Plateau auf rund 1.400 Metern, vor dem sich die Kalkwände des Toten Gebirges aufbauen. Die Hutterer Böden über Hinterstoder in Oberösterreich sind keine unberührte Natur, sondern von Jahrhunderten Almwirtschaft geformt. Am 26. Oktober 2026 treten sie für Oberösterreich bei “9 Plätze - 9 Schätze” an.

Hutterer Böden auf einen Blick

  • Lage: Almplateau auf rund 1.400 Metern über Hinterstoder, Oberösterreich
  • Aufstieg: mit der Hössbahn, einer Kabinenbahn mit rund 800 Höhenmetern in sieben Minuten; weiter mit dem Höss-Express bis 1.850 Meter
  • Beliebte Runde: die einfache Hössrunde zum Aussichtspunkt “Dachsteinblick” und zum Schafkogelsee
  • Berge ringsum: Warscheneck (2.388 m), Großer Pyhrgas (2.244 m), Großer Priel (2.515 m), Spitzmauer (2.446 m)
  • Winter: Skifahren, Langlaufen, Snowboarden, auch auf der Hannes-Trinkl-Weltcupstrecke
  • Parkplätze: rund 2.000 bei der Talstation der Hössbahn

Ein Boden über dem Tal

Über Hinterstoder breitet sich eine überraschend offene Landschaft aus: Wiesen, Almen und verstreute Hütten auf einem Plateau, über dem die hellen Kalkflanken des Toten Gebirges stehen. Auf der einen Seite erheben sich das Warscheneck und der Große Pyhrgas, auf der anderen spiegeln sich der Große Priel und die Spitzmauer im Wasser des Speicherteichs. Abends, wenn das Tal längst im Schatten liegt, leuchten die Felsflanken oft noch in der letzten Sonne.

Was wie Idylle aussieht, ist Arbeit. Seit Jahrhunderten treiben Bauern ihr Vieh auf die Hochweiden, im Frühsommer wird daraus ein buntes Mosaik aus Blüten und Kräutern, auch mehrere Enzianarten wachsen hier und brauchen kurz gehaltenen Bewuchs. Dafür sorgen die Pustertaler Sprinzen: eine robuste alpine Rinderrasse, die schon in der k.u.k. Monarchie als schönste Rinderrasse galt und heute selten geworden ist. In den Wald- und Latschenzonen leben Auer- und Birkhuhn.

Vom Sessellift für zehn Schilling zur Gondel

Zu Fuß muss man seit den 1950er-Jahren nicht mehr hinauf. Damals eröffnete der erste Sessellift, für zehn Schilling ging es in 22 Minuten auf die Hutterer Böden. Die moderne Gondelbahn schafft die rund 800 Höhenmeter in sieben Minuten. Von der Bergstation auf etwa 1.850 Metern führt die Hössrunde zur Aussichtsplattform “Dachsteinblick” und zum Schafkogelsee, einem Speicherteich und einem der meistfotografierten Motive der Region. Unterwegs liegt der “Schneeofen”, eine Senke, in der der Schnee oft bis in den Spätsommer bleibt. Früher schmolzen die Sennerinnen ihn in trockenen Sommern, um das Vieh zu tränken: In dem karstigen Gebiet war er eine wichtige Wasserquelle.

Aus dieser Zeit stammt eine Sage: Ein Bergmandl soll einer Sennerin beim Schafehüten geholfen haben, bekam dafür täglich eine Schüssel Milch und verschwand für immer, als der Bauer ihm zum Dank ein feines Gewand hinlegte. Es sang, ein Edelmann hüte keine Schafe mehr, und tanzte davon.

Wann die Bahn im Herbst 2026 fährt

Hier lohnt ein Blick auf den Kalender, denn im Spätherbst fährt die Bahn nicht täglich. Laut Betreiber läuft die Hössbahn nach der Sommersaison nur noch an einzelnen Wochenenden, 2026 am 10. und 11. sowie am 17. und 18. Oktober, danach täglich vom 24. Oktober bis 1. November, also auch am Nationalfeiertag. Die Gondelbahn fährt von 9 bis 16.45 Uhr, der Höss-Express (Sesselbahn) von 9.15 bis 16.15 Uhr und täglich ebenfalls vom 24. Oktober bis 1. November; ob er an den Wochenenden davor läuft, erfragen Sie vorab unter +43 7564 5275. Änderungen und Einstellungen wegen Wetters oder Revision sind vorbehalten. In der Mittagspause von 12 bis 12.30 Uhr ist die Talkassa geschlossen, Tickets gibt es dann am Automaten mit Karte.

Wenn die Bahn nicht fährt, gibt es eine Alternative: Ein Bus-Shuttle bringt Gäste von 14. September bis 16. Oktober 2026 täglich über die Panoramastraße zur Mittelstation Hutterer Böden, viermal am Tag, mit Abfahrt ab dem Gemeindeamt Hinterstoder um 8.30, 9.30, 12.30 und 16.30 Uhr. Die Anmeldung muss spätestens eine Stunde vor der Abfahrt bei Riedler Reisen erfolgen (+43 7564 5159), ein Erwachsenenticket kostet laut Anbieter 16 Euro.

Anreise

Mit der Bahn fahren Sie bis zum Bahnhof Hinterstoder an der Pyhrnbahn und von dort mit dem Regionalbus oder Shuttle ins Ortszentrum und weiter zur Talstation der Hössbahn. Mit dem Auto nehmen Sie die A9 Pyhrnautobahn bis zur Ausfahrt St. Pankraz/Hinterstoder und fahren rund 12 Kilometer bis in den Ortskern. Parkplätze gibt es bei der Talstation in großer Zahl, auch für Reisebusse. Haustiere sind laut Tourismusinformation bei der Hössbahn erlaubt. Auskünfte erteilt der Tourismusverband 360° Alpenland.

Die Hutterer Böden bei 9 Plätze - 9 Schätze

Oberösterreich schickt mit den Hutterer Böden einen Almboden ins Rennen, das Publikum wählte ihn in der Vorauswahl ins Finale. Das Patenpaar sind Alois Mühlbacher und die “Oberösterreich heute”-Moderatorin Maria Theiner. Das Bundesland hat den Wettbewerb einmal gewonnen, 2018 mit dem Schiederweiher. Alle neun Finalisten und die Wertung stehen in der Übersicht zu 9 Plätze - 9 Schätze 2026.

Weitere Ausflugsziele und Reisen finden Sie in unserer Reisen-Rubrik.

FAQ: Häufige Fragen zu den Hutterer Böden

Wo liegen die Hutterer Böden?

Auf rund 1.400 Metern Seehöhe über Hinterstoder in Oberösterreich, vor den Kalkwänden des Toten Gebirges.

Wie kommt man auf die Hutterer Böden?

Mit der Hössbahn ab Hinterstoder, im Herbst auch mit einem Bus-Shuttle über die Panoramastraße, oder zu Fuß.

Wann fährt die Hössbahn im Herbst 2026?

An den Wochenenden vom 10./11. und 17./18. Oktober, dann täglich vom 24. Oktober bis 1. November, jeweils von 9 bis 16.45 Uhr. Änderungen sind vorbehalten.

Wie lange dauert die Fahrt mit der Hössbahn?

Sieben Minuten für rund 800 Höhenmeter.

Was ist die Hössrunde?

Eine einfache Wanderung von der Bergstation auf etwa 1.850 Metern zur Aussichtsplattform “Dachsteinblick” und zum Schafkogelsee.

Was sind Pustertaler Sprinzen?

Eine robuste, selten gewordene alpine Rinderrasse, die auf den Hutterer Böden weidet und die Almflächen kurz hält.

Darf man Hunde mitnehmen?

Laut Tourismusinformation sind Haustiere bei der Hössbahn erlaubt.

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