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Festung Kufstein: Heldenorgel, Öffnungszeiten und Geschichte

Festung über einer Alpenstadt am Fluss (Illustration)

Jeden Mittag um 12 Uhr erklingen 4.948 Orgelpfeifen, und bei gutem Wind trägt der Klang über die Grenze nach Bayern. Die Festung Kufstein, 1205 erstmals urkundlich erwähnt und lange zwischen Bayern und Tirol umkämpft, gehört seit 1924 der Stadt Kufstein. Am 26. Oktober 2026 tritt sie für Tirol bei “9 Plätze - 9 Schätze” an.

Festung Kufstein auf einen Blick

  • Lage: über der Altstadt von Kufstein am Inn, Haupteingang hinter der Stadtpfarrkirche St. Vitus
  • Erste Erwähnung: 1205, als Besitz des bayerischen Herzogs Ludwig und des Bischofs von Regensburg
  • Habsburgisch seit: 1504, nach der Eroberung durch Kaiser Maximilian I.
  • Besitzer: die Stadt Kufstein, seit 1924
  • Zugang: mit der Panoramabahn “Kaiser Maximilian” ab dem Besucherzentrum
  • Heldenorgel: täglich um 12 Uhr, im Juli und August zusätzlich um 18 Uhr
  • Geöffnet: täglich, auch an Feiertagen; vom 3. November 2026 bis 20. März 2027 von 10 bis 17 Uhr

Wer die Burg alles hatte

Die Festungsgeschichte ist eine Abfolge von Besitzerwechseln. 1342 bekam Margarete “Maultasch”, Herzogin von Tirol, Kufstein von ihrem Mann als Morgengabe, nachdem sie 1363 Tirol an die Habsburger übergeben hatte, fielen die Bayern wieder ein. 1504 eroberte Maximilian I. die Festung im Streit um das bayerisch-pfälzische Erbe, gelungen sei ihm das laut ORF Tirol mit den beiden Kanonen “Purlepaus” und “Weckauf”. 1703 besetzten die Bayern Kufstein erneut, bis Ende 1704. Unter Napoleon kam ganz Tirol an Bayern, erst 1814 fiel Kufstein endgültig an Österreich. Nach dem Ersten Weltkrieg verkaufte die Republik die Anlage an die Stadt.

Ein Teil der Anlage ist im Original erhalten. Die Ringmauern sind oben rund vier Meter dick, an der Basis bis zu siebeneinhalb. Der Dachboden des Kaiserturms stammt noch aus der Zeit Maximilians. Um den Rasen kümmern sich keine Mäher, sondern Ouessantschafe, die kleinsten Schafe der Welt.

Die Heldenorgel und ihre Geschichte

Die Idee kam 1924 vom Volksdichter und Kaiserjägeroffizier Max Depolo, als Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Gebaut wurde zuerst eine kleinere Orgel mit 1.813 Pfeifen, die Walcker in Ludwigsburg lieferte und die im Mai 1931 eingeweiht wurde. Die Pfeifen stehen im Bürgerturm, der Spieltisch im Festungsneuhof, wo man den Klang am besten hört. 2009 wurde die Orgel generalsaniert und auf 65 Register und 4.948 Pfeifen erweitert.

Die Festung selbst schildert auch die dunkle Seite. Die Initiatoren, schreibt sie, seien von völkischem, deutschnationalem Gedankengut geprägt gewesen und wollten ein “Heldenmal des deutschen Volkes”. Nach 1938 vereinnahmten die Nationalsozialisten die Orgel. Seit 1981 erklingt sie für “alle Opfer von Gewalt”. Seit Jahrzehnten konkurriert sie um den Titel der größten Freiorgel der Welt mit der Spreckels Organ in San Diego, die mit 5.017 Pfeifen aktuell knapp vorn liegt. Während des Konzerts steht die Panoramabahn still.

Was die Eintrittskarte alles enthält

Das Kombiticket deckt vieles ab: die Panoramabahn, das Museum im ehemaligen Staatsgefängnis, das Museum der Tiroler Kaiserjäger und der Schützengilde im Bürgerturm samt Heldenorgel-Pfeifen, die Ausstellungen zu Kaiser Maximilian, zu den Beziehungen zwischen Bayern und Tirol und zu Rittern und Landsknechten, außerdem das Heimatmuseum (nicht im Winter) und das Freiareal mit Tiefem Brunnen, Felsengang, Nutz- und Kräutergarten und der Elisabeth-Batterie, in der eine Kanonensammlung des Heeresgeschichtlichen Museums Wien steht. Eine Audio-App und eine Rätselrallye fürs Smartphone gehören dazu.

Der Sommer 2026 mit täglichen Öffnungszeiten von 9 bis 18 Uhr endet am 2. November. Im Sommer 2026 kostet das Ticket für Erwachsene 15 Euro, für Kinder und Schüler von 6 bis 17 Jahren sowie Studierende 9 Euro, im Winter 2026/27 gelten 14 und 8 Euro; Kinder bis 5 Jahre sind frei, eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind zahlt 31,50 Euro im Sommer und 29,50 Euro im Winter (Stand 8. Oktober 2026). Letzter Einlass ist im Sommer um 17 Uhr, im Winter um 16 Uhr. Das Heimatmuseum bleibt im Winter zum Schutz der Exponate geschlossen.

Anreise und Praktisches

Die Bahn hält direkt in Kufstein, ÖBB und Deutsche Bahn fahren ab München und Innsbruck. Mit dem Auto parken Sie in Garagen im Zentrum, etwa in der Zentrumsgarage in der Praxmarerstraße oder der Altstadtgarage am Fischergrieß, in der Kurzparkzone gilt von Montag bis Freitag eine Höchstdauer von drei Stunden, am Wochenende ist das Parken gebührenfrei. Tickets gibt es am Haupteingang, eine Anmeldung ist für den individuellen Besuch nicht nötig.

Barrierefrei ist die Festung nur teilweise: Über die Panoramabahn erreichen Besucherinnen und Besucher mit Mobilitätseinschränkung das Freiareal, für alles Weitere bittet die Verwaltung um Abklärung vorab. Die Festungswirtschaft, die traditionelle Küche serviert, hat bis 2. November täglich außer dienstags und mittwochs von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Kontakt der Festungsverwaltung: +43 5372 66525.

Die Festung Kufstein bei 9 Plätze - 9 Schätze

Für Tirol war sie der dritte Kandidat der Vorauswahl, der laut ORF Tirol die Liste komplett machte, das Publikum wählte sie ins Finale. Das Patenpaar bilden der frühere Skirennläufer Benjamin Raich und die “Tirol heute”-Moderatorin Daniela Schmiderer. Tirol hat den Wettbewerb einmal gewonnen, 2016 mit dem Kaisertal. Alle neun Finalisten und die Wertung stehen in der Übersicht zu 9 Plätze - 9 Schätze 2026.

Weitere Ausflugsziele und Reisen finden Sie in unserer Reisen-Rubrik.

FAQ: Häufige Fragen zur Festung Kufstein

Wann spielt die Heldenorgel in Kufstein?

Täglich um 12 Uhr, im Juli und August zusätzlich um 18 Uhr. Das Konzert ist im Eintritt der Festung enthalten.

Wie viele Pfeifen hat die Heldenorgel?

4.948 Pfeifen und 65 Register seit der Erweiterung 2009. Eingeweiht wurde sie 1931 mit 1.813 Pfeifen.

Wann hat die Festung Kufstein geöffnet?

Täglich, auch an Feiertagen. Bis 2. November 2026 von 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr), vom 3. November 2026 bis 20. März 2027 von 10 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr).

Was kostet der Eintritt in die Festung Kufstein?

Im Sommer 2026 15 Euro für Erwachsene und 9 Euro für Kinder, Schüler und Studierende, im Winter 2026/27 14 und 8 Euro (Stand 8. Oktober 2026). Die Fahrt mit der Panoramabahn ist enthalten.

Wie kommt man auf die Festung Kufstein?

Mit der Panoramabahn “Kaiser Maximilian” ab dem Besucherzentrum im Stadtzentrum hinter der Stadtpfarrkirche St. Vitus.

Seit wann gehört die Festung der Stadt Kufstein?

Seit 1924. Nach dem Ersten Weltkrieg verkaufte die Republik Österreich die Anlage an die Stadt.

Wann wurde die Festung Kufstein erstmals erwähnt?

1205 als Besitz des bayerischen Herzogs Ludwig und des Bischofs von Regensburg.

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