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Türkenschanzpark in Wien: Geschichte, Paulinenwarte und Besuchstipps

Teich mit kleinem Wasserfall und herbstlich gefärbten Bäumen in einem Stadtpark (Illustration)

Auf diesem Hügel in Währing sollen 1529 und 1683 osmanische Truppen gestanden haben, heute wachsen dort Mammutbäume, Ginkgos und Zedern. Kaiser Franz Joseph eröffnete den Türkenschanzpark am 30. September 1888, die Stadt Wien stellt den gesamten Park unter Denkmalschutz. Am 26. Oktober 2026 tritt er für Wien bei “9 Plätze - 9 Schätze” an.

Türkenschanzpark auf einen Blick

  • Lage: 18. Bezirk Währing, Hasenauerstraße
  • Größe: rund 150.000 Quadratmeter, davon etwa 6.500 Quadratmeter Wasserfläche
  • Eröffnet: 30. September 1888 durch Kaiser Franz Joseph
  • Gestaltet von: Stadtgärtner Gustav Sennholz (1850 bis 1895), ab 1885
  • Aussichtsturm: Paulinenwarte, 23 Meter hoch, nur an ausgewählten Wochenenden offen
  • Hunde: erlaubt, an der Leine; zwei Hundezonen in der Nähe
  • Anreise: Straßenbahn 41 bis “Türkenschanzplatz”, Bus 40A bis Borkowskigasse oder Cottagegasse

Die Schanze, die dem Park den Namen gab

Der Name erinnert an die beiden Türkenbelagerungen Wiens. Schon 1529 soll der Hügel als Gefechtsstand gedient haben, spätestens 1683 errichteten die Osmanen hier eine Schanze, also eine Erdbefestigung, um sich gegen das anrückende Entsatzheer zu verteidigen. Von ihr ist nichts geblieben. Die Anhöhe aber ist heute das Gelände des Parks.

Ein Park aus Bürgerhand

Der Türkenschanzpark ist ein frühes Wiener Beispiel für eine Zusammenarbeit von Privaten und öffentlicher Hand. 1883 gründete sich ein Komitee für einen öffentlichen Park auf der Türkenschanze, gebaut wurde er zwischen 1885 und 1888 von Anrainern gemeinsam mit der benachbarten Siedlung Wiener Cottage, erst später übernahm ihn die Stadt. Nach 1892 baute sie ihn um und legte den Teich an. Bei der Erweiterung Anfang des 20. Jahrhunderts diente der Pariser Parc des Buttes-Chaumont als Vorbild, aus dieser Zeit stammt auch der Zaun: Die rund 1,5 Kilometer lange Umzäunung gilt laut ORF als größtes Jugendstil-Denkmal Österreichs.

Das Vorbild insgesamt war der englische Landschaftsgarten: scheinbar natürliche Hügel, geschwungene Wege, Teiche und Einzelbäume statt strenger Geometrie.

Zwei Frauen im Park

Einen Teil der exotischen Bäume verdankt der Park einer Frau. Fürstin Pauline von Metternich, Enkelin des Staatskanzlers Klemens von Metternich, Salonière und Kunstmäzenin, schenkte dem Park zahlreiche seltene Gehölze aus aller Welt, darunter die Mammutbäume, Zedern und Ginkgos. Die Aussichtswarte trägt seit 1909 ihren Namen.

Eine zweite Frau ist im Park mit einem Denkmal geehrt: Unter den Denkmälern ist eines für die Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Auguste Fickert, dazu Denkmäler für Adalbert Stifter, die Komponisten Franz Marschner und Emmerich Kálmán und den Schauspieler und Regisseur Leon Askin.

Bäume, Wasser und die Paulinenwarte

Weil die Universität für Bodenkultur nebenan liegt, wachsen im Park viele besondere Gehölze: Zierbäume aus China, Japan und Nordamerika, viele davon mit Namensschild. Im April und Mai blüht eine Alpenblume, die Berg-Kuhschelle. An Wasser fehlt es nicht: Zu den Teichen zählen der Bergsee, der Waldteich, der Kurpark-Teich und die Auenlandschaft am Lehrteich.

Der Yunus-Emre-Brunnen an der Ecke Feistmantelstraße und Dänenstraße ist 1991 vom damaligen türkischen Botschafter als Zeichen der Freundschaft zwischen Wien und der Türkei übergeben worden, ausgerechnet in einem Park, dessen Name an die Belagerung erinnert.

Die Paulinenwarte, ein 23 Meter hoher Sichtziegelbau, diente früher auch als Wasserspeicher. Seit 2010 ist sie nach der Renovierung zugänglich und wird von den Naturfreunden Währing an bestimmten Wochenenden geöffnet: samstags 12 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr, nur bei Schönwetter, der Eintritt kostet 80 Cent, Kinder bis 14 Jahre in Begleitung Erwachsener nichts. Es dürfen höchstens zwölf Personen gleichzeitig hinauf, Hunde und Rauchen sind im Turm verboten. Der letzte Termin 2026 war der 3. und 4. Oktober, für 2026 sind keine weiteren angesetzt; die Stadt hat bisher nur die Termine dieses Jahres veröffentlicht (Stand 8. Oktober 2026). Der Ausblick lohnt vor allem bei Sonnenuntergang, wenn die Lichter der Stadt angehen.

Sport, Spielplätze und die Meierei

Der Park ist auch ein Sportplatz: Es gibt zwei Basketballplätze, einen Fußballplatz, ein Beachvolleyballfeld, eine Slackline- und eine Skate-Anlage, vier Tischtennistische und Schachtische, dazu Laufwege, die sich für Nordic Walking eignen. Für Kinder gibt es fünf Spielplätze, einen davon mit Wasserspiel. Zum Einkehren dient die Meierei, im Sommer mit Terrasse und Blick über den Park, außerdem gibt es Trinkbrunnen.

Hunde sind im Park erlaubt, müssen aber an der Leine bleiben. Zwei Hundezonen liegen in der Nähe der Gregor-Mendel-Straße und der Hasenauerstraße. Fragen beantworten die Wiener Stadtgärten unter +43 1 4000-8042. Parkplätze rund um den Park gibt es nur begrenzt.

Der Türkenschanzpark bei 9 Plätze - 9 Schätze

Für Wien treten der frühere Fußballspieler Toni Polster als Pate und die “Wien heute”-Moderatorin Elisabeth Vogel an. Wien hat den Wettbewerb in zwölf Ausgaben noch nie gewonnen, ebenso wenig das Burgenland. Alle neun Finalisten, die Wertung und die Sieger seit 2014 stehen in der Übersicht zu 9 Plätze - 9 Schätze 2026.

Weitere Ausflugsziele und Reisen finden Sie in unserer Reisen-Rubrik.

FAQ: Häufige Fragen zum Türkenschanzpark

Wo liegt der Türkenschanzpark?

Im 18. Wiener Gemeindebezirk Währing, an der Hasenauerstraße. Die Straßenbahnlinie 41 hält direkt beim Parkeingang an der Station “Türkenschanzplatz”.

Woher kommt der Name Türkenschanzpark?

Von der Türkenschanze, einer Anhöhe, auf der osmanische Truppen während der Türkenbelagerungen 1529 und 1683 eine Befestigung errichteten.

Wann wurde der Türkenschanzpark eröffnet?

Am 30. September 1888 durch Kaiser Franz Joseph. Angelegt wurde er ab 1885 nach Plänen von Stadtgärtner Gustav Sennholz.

Wie groß ist der Türkenschanzpark?

Rund 150.000 Quadratmeter, davon etwa 6.500 Quadratmeter Wasserflächen.

Kann man die Paulinenwarte besteigen?

Nur an bestimmten Wochenenden bei Schönwetter, 2026 zuletzt am 3. und 4. Oktober. Der Eintritt kostet 80 Cent, es dürfen höchstens zwölf Personen gleichzeitig hinauf.

Sind Hunde im Türkenschanzpark erlaubt?

Ja, an der Leine. In der Nähe der Gregor-Mendel-Straße und der Hasenauerstraße gibt es zwei Hundezonen.

Wer war Auguste Fickert?

Eine Sozialreformerin und Frauenrechtlerin, für die es im Türkenschanzpark ein Denkmal gibt.

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