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Griffner Schlossberg: Burgruine, Tropfsteinhöhle und Jauntalblick

Burgruine auf einem Kalkfelsen über einem Kärntner Dorf (Illustration)

Oben eine Burgruine, darunter die buntesten Tropfsteine Österreichs und dazwischen ein Fels, der wohl schon vor 40.000 Jahren Menschen Unterschlupf bot: Der Griffner Schlossberg im Kärntner Jauntal ragt 135 Meter aus der Landschaft. Zuletzt kam eine Aussichtsplattform aus Stahl und Glas dazu, die über der senkrechten Felswand schwebt. Am 26. Oktober 2026 tritt der Schlossberg für Kärnten bei “9 Plätze - 9 Schätze” an.

Griffner Schlossberg auf einen Blick

  • Ort: Griffen im Jauntal, Kärnten (Unterland)
  • Fels: 135 Meter hoher Kalksteinkegel, Landschaftsschutzgebiet
  • Burg: Ruine der Burg Griffen, vermutlich zwischen 1124 und 1146 von den Bamberger Fürstbischöfen errichtet
  • Aussicht: Plattform “Jauntalblick”, seit Mai 2024, mit Blick bis zu den Karawanken
  • Höhle: Tropfsteinhöhle Griffen mit 485 Metern Länge, ganzjährig 8 Grad
  • Wege: drei Wanderwege, ein Lehrpfad und ein schwerer Klettersteig
  • Einkehr: Schlossbergschänke mit Sonnenterrasse

Eine Burg, die nie ganz Burg sein wollte

Die Bamberger Fürstbischöfe errichteten die Burg vermutlich zwischen 1124 und 1146 am Nordrand des Jauntals, strategisch gut gelegen. Die Wehrfunktion stand anfangs offenbar gar nicht im Vordergrund: Die Burg war ein prestigeträchtiges Absteigequartier für die Besuche der Bischöfe in Kärnten. Um 1300 schrieb der Arzt Bruno Physicus in einem Brief, schon von weitem habe die Feste einen gewaltigen Eindruck gemacht, kühn gebaut auf dem Scheitel eines schroff ansteigenden Kalksteinkegels.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde sie dann doch zur Wehrburg. Nach dem 17. Jahrhundert ließ man die Anlage mit etwa 4.000 Quadratmetern Grundfläche nach und nach verfallen, Unwetter, Blitzschläge und Brände taten ein Übriges. Seit dem Jahr 2000 saniert ein Verschönerungsverein gemeinsam mit der Gemeinde die Mauern behutsam, die Ruine ist für Besucher und Veranstaltungen geöffnet. 2004 wurde das mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis gewürdigt.

Die Höhle unter der Ruine

Direkt unter der Burg liegt ein Höhlensystem, das nach Angaben des ORF schon vor etwa 40.000 Jahren Menschen als Unterschlupf diente, die Wissenschaft hält sogar Neandertaler für möglich. Knochenfunde von 1959 und 1960, etwa von Mammut, Höhlenbär, Riesenhirsch und Steppenwisent, gelten als die ältesten Nachweise menschlicher Besiedlung in Kärnten.

Besucher kommen heute der Farben wegen. Die Tropfsteinhöhle Griffen gilt als bunteste Schauhöhle Österreichs, wiederentdeckt wurde sie im Frühjahr 1945, als man Luftschutzräume suchte, seit 1956 ist sie zu besichtigen und seit 1957 Naturdenkmal. Rote Erde, die in den gelblichen Kalkstock eingeschwemmt wurde, bildet Eisenoxide, die die Stalagmiten und Stalaktiten färben. Zum Schluss läuft eine Multimedia-Show über die Urgeschichte Südkärntens. Der Eingang liegt gegenüber der Pfarrkirche, gratis geparkt wird am Kirchplatz oder im Ortszentrum.

Biodiversität auf einem einzigen Felsen

Obwohl der Berg immer vom Menschen geprägt war, gilt er ökologisch laut ORF als artenreichster Schlossberg Österreichs. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen rund um die Ruine 3.000 Arten nach, darunter etliche, die hier erstmals gefunden wurden, etwa spezielle Spinnen, Weberknechte, Zikaden und Schmetterlinge. Möglich macht das die Lage zwischen verschiedenen Faunen- und Florenelementen: wärmeliebende Felsen und Trockenrasen liegen neben Laubwald und Uferzonen.

Hinauf: Wanderweg, Lehrpfad, Klettersteig

Auf drei Wegen unterschiedlicher Anstrengung kommen Sie zu Fuß auf den Schlossberg, entlang des Lehrpfads erklären Tafeln Tiere, Pflanzen und Geschichte des Bergs. Oben wartet die Schlossbergschänke mit alten Mauern und Sonnenterrasse, im Bambergersaal finden Konzerte und Feiern statt. Der Klettersteig führt über die 200 Meter breite Südwestwand 450 Klettermeter nach oben und gilt als besonders schwer, nur für Geübte.

Seit Mai 2024 hängt der “Jauntalblick” über der Felswand, eine Aussichtsplattform aus Stahl und Glas. Das Projekt wurde mit 60.000 Euro aus Mitteln von Bund, Land und Europäischer Union gefördert. Von oben geht der Blick über das Kärntner Unterland bis zu den Grenzbergen der Karawanken.

Höhlenbesuch: Zeiten, Preise, Termine

Hier lohnt der genaue Blick, denn die Höhle hat feste Saisonzeiten. Führungen gibt es im Mai, Juni und September zwischen 10 und 15 Uhr jeweils zur vollen Stunde, im Juli und August ebenfalls, im September aber nur von Mittwoch bis Sonntag, im Mai nur an Wochenenden und Feiertagen. Im Oktober, also jetzt, finden Führungen nur gegen Voranmeldung statt (Telefon +43 4233 2029, E-Mail griffen@tropfsteinhoehle.at); an den ersten Oktobertagen war noch geöffnet. Eine Führung dauert rund 40 Minuten, ab fünf Personen findet sie statt, in der Höhle herrschen das ganze Jahr 8 Grad, also warme Kleidung und festes Schuhwerk. In der Hochsaison oder bei Schlechtwetter kann es Wartezeiten geben.

Eintritt: Erwachsene 12 Euro, Senioren 11 Euro, Kinder von 4 bis 15 Jahren 8 Euro, Studierende und Grundwehrdiener 10 Euro (Stand 8. Oktober 2026). Der Verschönerungsverein Griffen organisiert die Führungen. Der ORF nennt als Saison 1. Mai bis 31. Oktober, die Betreiber selbst für den Oktober nur Termine nach Anmeldung: Rufen Sie vorher an.

Handke, das Stift und andere Ziele in Griffen

Zwei Kilometer westlich liegt das ehemalige Prämonstratenserstift Griffen, ein Werk der Baukunst von der späten Romanik bis zum Barock mit Gastronomie im Innenhof. Im Stift befindet sich ein Archiv zu Peter Handke, der in Griffen geboren wurde und immer wieder in den Heimatort zurückkehrt, die Öffnungszeiten erfragen Sie im Büro der Tropfsteinhöhle. Radfahrer finden familienfreundliche Wege, Mountainbiker Routen auf die Saualpe.

Der Griffner Schlossberg bei 9 Plätze - 9 Schätze

Das Publikum in Kärnten wählte den Schlossberg in der Vorauswahl ins Finale. Das Patenpaar sind Jutta Fastian und der “Kärnten heute”-Moderator Bernd Radler. Kärnten hat den Wettbewerb 2023 mit der Burg Landskron gewonnen, mit dem Schlossberg tritt nun wieder eine Burganlage an. Alle neun Finalisten und die Wertung stehen in der Übersicht zu 9 Plätze - 9 Schätze 2026.

Weitere Ausflugsziele und Reisen finden Sie in unserer Reisen-Rubrik.

FAQ: Häufige Fragen zum Griffner Schlossberg

Wie hoch ist der Griffner Schlossberg?

Der Kalksteinfelsen ragt 135 Meter aus der Landschaft. Obenauf stehen die Reste der Burg Griffen.

Wann wurde die Burg Griffen gebaut?

Vermutlich zwischen 1124 und 1146 von den Bamberger Fürstbischöfen, zunächst als Absteigequartier für ihre Besuche in Kärnten.

Wie lange ist die Tropfsteinhöhle Griffen?

485 Meter. Sie gilt als bunteste Schauhöhle Österreichs, die Temperatur beträgt das ganze Jahr 8 Grad.

Wann hat die Tropfsteinhöhle Griffen geöffnet?

Von Mai bis September, im Oktober nur gegen Voranmeldung unter +43 4233 2029. Führungen dauern rund 40 Minuten.

Was kostet der Eintritt in die Tropfsteinhöhle Griffen?

12 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Kinder von 4 bis 15 Jahren (Stand 8. Oktober 2026).

Was ist der Jauntalblick?

Eine Aussichtsplattform aus Stahl und Glas direkt über der senkrechten Felswand des Schlossbergs, eröffnet im Mai 2024.

Gibt es auf dem Schlossberg einen Klettersteig?

Ja, über die 200 Meter breite Südwestwand mit 450 Klettermetern. Er gilt als besonders schwer und ist nur für Geübte geeignet.

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