Mit ihrer Talkshow schrieb sie in den 90ern deutsche TV-Geschichte, heute verkuppelt sie Österreichs Landwirte und stöbert in Antiquitäten: Arabella Kiesbauer gehört seit fast vier Jahrzehnten zu den prägendsten TV-Gesichtern des Landes - und hat 2025 gleich zwei neue Formate übernommen.
Drei Sender, drei Genres: Im Herbst 2026 läuft sie mittwochs auf ATV und samstags auf PULS 4, im Frühjahr davor war sie auf RTLzwei zu sehen. Mit 57 Jahren moderiert sie damit drei Formate parallel.
Steckbrief: Wer ist Arabella Kiesbauer?
- Name: Arabella Kiesbauer, verheiratete Eblinger
- Geboren: 8. April 1969 in Wien (57 Jahre)
- Eltern: deutsche Schauspielerin, Vater aus Ghana
- Durchbruch: Talkshow “Arabella” (ProSieben, 1994-2004)
- Aktuell: “Bauer sucht Frau” (ATV), “Bares für Rares Österreich” (PULS 4), “Kampf der Realitystars” (RTLzwei)
- Familie: verheiratet seit 2004 mit Unternehmer Florens Eblinger, zwei Kinder
- Buch: “Mein afrikanisches Herz”, eine Spurensuche nach den Wurzeln ihres Vaters
Mit 18 ins Fernsehen: von “X-Large” zur eigenen Talkshow
Aufgewachsen in Wien als Tochter einer deutschen Theaterschauspielerin und eines ghanaischen Studenten, maturierte Kiesbauer am Lycée Français und stand schon 1987 mit 18 Jahren für die ORF-Jugendsendung “X-Large” vor der Kamera. 1994 folgte der große Sprung nach Deutschland: Die tägliche ProSieben-Talkshow “Arabella” lief zehn Jahre lang, brachte es auf über 3.000 Folgen und ihrer Moderatorin den Bayerischen Fernsehpreis.
Zehn Jahre täglich: das Ende der Talkshow
Die 90er waren die Hochzeit des Daily Talk, und “Arabella” gehörte zu den Formaten, die den Nachmittag im deutschen Fernsehen definierten: echte Gäste, echte Konflikte, ein Publikum, das mitdiskutierte. Am Ende wurde genau das zum Problem. Am 4. Juni 2004 lief die letzte Ausgabe, die zuletzt “Arabella. Das Geständnis” hieß. Die Quoten des Talkteils mit echten Gästen sanken, während der gespielte Teil der Sendung besser lief. “Der Zuschauer will offenbar auf diesem Sendeplatz Unterhaltung und nichts Echtes”, sagte Kiesbauer damals.
Der Briefbomben-Anschlag 1995
Mitten in der Erfolgszeit wurde Kiesbauer Ziel eines rassistisch motivierten Anschlags: Am 9. Juni 1995 explodierte im Münchner ProSieben-Studio eine an sie adressierte Briefbombe des österreichischen Rechtsterroristen Franz Fuchs; ihre Assistentin wurde verletzt. “Das ist ein Ereignis, das kann man nicht vergessen”, sagte sie Jahrzehnte später. Und: “Ich musste mich von einer gewissen Leichtigkeit des Seins verabschieden.” Statt sich zurückzuziehen, ging sie in die Offensive und engagierte sich an Schulen gegen Rassismus.
Zurück in Österreich: Starmania, Song Contest, Bauernhof
Nach dem Ende ihrer Talkshow kehrte Kiesbauer nach Österreich zurück und wurde zur Allrounderin: Sie moderierte vier Staffeln “Starmania” (2002-2009) und 2021 auch das Comeback “Starmania 21”, stand 2015 beim Eurovision Song Contest in Wien gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun und Alice Tumler auf der größten Bühne Europas - und verkuppelt seit 2014 bei “Bauer sucht Frau” auf ATV Österreichs Landwirte. “Ich werde mit vollem Einsatz versuchen, Österreichs Singlebauern weiterhin erfolgreich unter die Haube zu bringen”, kündigte sie damals an - über ein Jahrzehnt später läuft das Format noch immer mit ihr.
Vor ihr führte von 2005 bis 2013 Katrin Lampe durch die Kuppelshow. Kiesbauer übernahm 2014 und ist seither das Gesicht des Formats: Sie besucht die Höfe, stellt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor und zieht im Februar bei den Eventfolgen Bilanz, wer zusammengeblieben ist. Aktuell läuft die 23. Staffel mit elf Bauern und drei Bäuerinnen, die Hofwochen mittwochs um 20.15 Uhr.
2025 und 2026: zwei neue Formate
Mit Mitte 50 legte Kiesbauer noch einmal nach: Seit Frühjahr 2025 moderiert sie “Kampf der Realitystars” auf RTLzwei als Nachfolgerin von Cathy Hummels, und seit Herbst 2025 führt sie durch “Bares für Rares Österreich” auf PULS 4 (alle Infos zur Sendung). Ihre Begründung klingt nach ihr: “Ich liebe Geschichten, die das Leben schreibt. Und so trägt auch jede Rarität eine ganz persönliche mit sich.”
“Kampf der Realitystars” auf RTLzwei
Nach gut zwei Jahrzehnten Pause im deutschen Fernsehen holte RTLzwei sie zurück. Ihre erste Staffel, die sechste, startete am 30. April 2025 auf RTL+ und eine Woche später im Fernsehen, gedreht wurde am thailändischen Strand. Das Preisgeld von 50.000 Euro schrumpfte im Lauf der Staffel auf 43.100 Euro, das Finale lief Anfang Juli.
Die siebte Staffel folgte im Frühjahr 2026 unter dem Titel “Kampf der RealityAllstars”: 14 Folgen, ab 8. April auf RTL+ und ab 15. April auf RTLzwei, das Finale am 6. Mai. Sie führt durch die Show und durch die Abstimmungsrunden an der “Wand der Wahrheit”, bei denen die Kandidatinnen und Kandidaten übereinander urteilen.
“Bares für Rares Österreich” auf PULS 4
Die österreichische Trödelshow hat eine bewegte Geschichte: Sie startete am 1. Dezember 2019 auf ServusTV, von 2020 bis 2025 moderierte sie Willi Gabalier, dann wechselte das Format samt neuer Moderatorin zu PULS 4. Inzwischen sind sieben Staffeln mit rund 140 Folgen entstanden. Gelegentlich schauen Horst Lichter und Händler der deutschen Ausgabe zu Gastauftritten vorbei. Gesendet wird samstags um 19.45 Uhr.
Privat: Familie hinter verschlossenen Türen
So präsent Kiesbauer beruflich ist, so konsequent schirmt sie ihr Privatleben ab: Seit 2004 ist sie mit dem Wiener Unternehmer Florens Eblinger verheiratet, das Paar hat zwei Kinder - mehr gibt sie dazu bewusst nicht preis. Ihrer ghanaischen Herkunft widmete sie die Autobiografie “Mein afrikanisches Herz”, eine Spurensuche nach den Wurzeln ihres Vaters.
Weitere Porträts finden Sie in unserer Promis-Rubrik.
FAQ: Häufige Fragen zu Arabella Kiesbauer
Wie alt ist Arabella Kiesbauer?
Sie wurde am 8. April 1969 in Wien geboren und ist 57 Jahre alt.
Ist Arabella Kiesbauer verheiratet?
Ja, seit 2004 mit dem Wiener Unternehmer Florens Eblinger. Das Paar hat zwei Kinder, die sie konsequent aus der Öffentlichkeit hält.
Was moderiert Arabella Kiesbauer aktuell?
“Bauer sucht Frau” auf ATV (seit 2014), seit 2025 zusätzlich “Kampf der Realitystars” auf RTLzwei und “Bares für Rares Österreich” auf PULS 4.
Woher stammt ihr Vater?
Aus Ghana. Ihre Mutter ist eine deutsche Theaterschauspielerin, aufgewachsen ist Kiesbauer in Wien. Der Herkunft ihres Vaters widmete sie das Buch “Mein afrikanisches Herz”.
Was geschah beim Briefbomben-Anschlag auf Arabella Kiesbauer?
Am 9. Juni 1995 explodierte im Münchner Studio eine an sie adressierte Briefbombe des Rechtsterroristen Franz Fuchs; ihre Assistentin wurde verletzt. Kiesbauer engagierte sich danach aktiv gegen Rassismus.
Wie lange lief die Talkshow “Arabella”?
Von 1994 bis 2004 auf ProSieben - über 3.000 Folgen. Die letzte Ausgabe lief am 4. Juni 2004.
Wer moderierte “Kampf der Realitystars” vor ihr?
Cathy Hummels, in den Staffeln eins bis fünf. Kiesbauer übernahm 2025 mit Staffel sechs.
Wann läuft “Bares für Rares Österreich”?
Samstags um 19.45 Uhr auf PULS 4.