Frauen gehören zur Risikogruppe in Sachen Alterspension. Nach aktuellen Zahlen erhalten Frauen in Österreich im Schnitt eine um 39,7 Prozent niedrigere Pension als Männer, das sind rund 1.008 Euro im Monat: Frauen kommen im Schnitt auf 1.527 Euro brutto, Männer auf 2.535 Euro. Grund sind vor allem Teilzeitarbeit nach der Geburt von Kindern, lange Kindererziehungs- und Pflegezeiten und die dadurch niedrigeren Beitragsgrundlagen. Bereits hier heißt es vorzusorgen. Selbst ist die Frau!
Die private Pensionsvorsorge
Als Pensionslücke bezeichnet man die Differenz zwischen der Pension und dem letzten Einkommen. Diese Lücke wird umso größer, je länger eine Frau nach der Geburt des Kindes in Karenz bleibt und anschließend Teilzeit arbeitet. Deshalb muss sich in Österreich auch jede zweite Frau mit einer Pension von weniger als 1.000 Euro begnügen, wenn sie nicht vorsorgt.
Die private Pensionsvorsorge lässt diese Pensionslücke schrumpfen, da eine private Zusatzpension angespart wird. Dabei wird die private Pensionsvorsorge auf die ganz persönliche Lebenssituation und die Zukunftspläne abgestimmt. Lassen Sie sich beraten!
Für den Ernstfall gewappnet sein
Eine Frau fühlt sich meist abgesichert, wenn sie einen Mann an ihrer Seite hat. Doch das Schicksal hat manchmal andere Pläne. Kommt es zu einem Schicksalsschlag und dem Ableben des Partners, stehen Frau und Kinder plötzlich nicht nur vor dem Verlust des Partners und Vaters, sondern auch vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Rechtzeitig vorgesorgt mit einer Ablebensversicherung, ist sichergestellt, dass eine finanzielle Unterstützung gewährleistet ist.
Die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme schafft Spielräume. Abgesichert werden können der Partner, der Geschäftspartner, aber auch die gesamte Familie. Der Lebensstandard der Hinterbliebenen wird so gesichert und finanzielle Lücken geschlossen. Dabei sollte die Versicherungssumme den persönlichen Verhältnissen angepasst sein. Wer einen Kredit absichern möchte, kann sogar fallende Versicherungssummen wählen. Das macht bei einem Kredit für den Hausbau Sinn.
Wichtig bei der Auswahl: Die Versicherungssumme sollte so bemessen sein, dass offene Kredite getilgt und der laufende Lebensunterhalt der Familie für mehrere Jahre gedeckt werden können. Als grobe Orientierung gilt oft das Drei- bis Fünffache des Jahreseinkommens, wer zusätzlich einen Kredit absichert, rechnet die offene Kreditsumme dazu. Ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich, da sich Prämien je nach Alter, Gesundheitszustand und gewählter Laufzeit deutlich unterscheiden können.
Weiterdenken
Jeder möchte sorgenfrei durch seinen beruflichen Alltag kommen. Leider werden sehr viele aufgrund einer Erkrankung berufsunfähig. Wer aufgrund dessen zu mindestens 50 Prozent seinen Beruf nicht mehr ausüben kann und das für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, erhält eine monatliche Rente, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wurde. Und dafür gibt es gute Gründe:
- Das staatliche System hat Tücken. Es gilt die 6/27/60-Regel, wonach man bereits für eine bestimmte Zeit im Berufsleben gestanden haben muss, um Leistungen zu erhalten. Diese zugrunde liegenden Versicherungsmonate sind je nach Lebensalter gestaffelt. Es gilt also eine Wartezeit in Kauf zu nehmen.
- Mehr als 65 Prozent aller Anträge auf eine Pension aufgrund einer eingetretenen Berufsunfähigkeit werden durch die PVA abgelehnt. Wird kein Krankengeld mehr gezahlt und muss auch der Dienstgeber keine Entgeltfortzahlung mehr leisten, müssen Berufsunfähige häufig von der Mindestsicherung leben.
- Im Falle einer anerkannten Berufsunfähigkeit zahlt die PVA nur 50 Prozent des letzten Einkommens.
- Die staatliche Berufsunfähigkeitspension erlaubt es kaum privat für das Alter vorzusorgen. Deshalb wird die Alterspension entsprechend niedrig ausfallen.
Der Lebensstandard kann also auch nach dem Eintreten der Berufsunfähigkeit gehalten werden, weil die Versorgungslücke aufgefangen wird. Gerade für Frauen ist das relevant, weil viele in Teilzeit oder in körperlich wie psychisch fordernden Berufen wie Pflege, Handel oder Gastronomie arbeiten, in denen das Risiko einer vorzeitigen Berufsunfähigkeit überdurchschnittlich hoch ist.
Ein finanzielles Polster schaffen
Auch dem kleinen Geldbeutel ist es möglich, kleine Beträge zur Seite zu legen, um finanziell vorzusorgen. Dafür ist ein Bausparvertrag bestens geeignet. Die Zinsen und die staatliche Förderung erhöhen den angesparten Betrag dann noch: Die staatliche Bausparprämie liegt aktuell bei 1,5 Prozent und wird auf einen jährlichen Einzahlungsbetrag von bis zu 1.200 Euro pro Person gewährt, das ergibt bis zu 18 Euro Prämie im Jahr. Die Prämie wird automatisch gutgeschrieben und ist von der Kapitalertragssteuer befreit. So kommt im Laufe der Zeit ein finanzielles Polster zusammen, dass es möglich macht große Reparaturen und Umbauten am Haus, Investitionen in die Wohnung oder in das Auto vornehmen zu können.
Dabei liegen die Vorteile klar auf der Hand:
- keinerlei Risiken,
- eine mittelhohe Bindungsdauer,
- eine staatliche Prämie, die von der Kapitalertragssteuer befreit ist,
- ein Wertzuwachs, der zwar gering ist, aber vorhersehbar.
Der erste Schritt zur eigenen Vorsorgestrategie
Wer mit dem Thema Vorsorge noch nie in Berührung gekommen ist, muss nicht gleich alle Bausteine auf einmal abschließen. Sinnvoll ist es, zunächst die größte Lücke zu identifizieren: Wer Kinder hat, sollte zuerst an die Absicherung des Familieneinkommens denken, wer viel Zeit in Teilzeit verbringt, an den Ausgleich der Pensionslücke. Ein unverbindliches Beratungsgespräch, ein Vergleich mehrerer Anbieter und ein realistischer monatlicher Betrag, der auch in schwächeren Monaten noch tragbar ist, sind der solidere Start als ein einzelner, überstürzt abgeschlossener Vertrag. Vorsorge ist kein einmaliger Akt, sondern ein Prozess, der sich mit Familienstand, Einkommen und Lebensplanung immer wieder anpassen lässt.
Über Geld spricht man also doch und je früher, umso besser. Finanziell vorsorgen und sparen heißt nicht auf Konsum verzichten, sondern ist der richtige Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit für das ganze Leben.
Quellen für aktuelle Zahlen: ÖGB: Gender Pension Gap, Pensionsversicherung: Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension und oesterreich.gv.at: Bausparprämie 2026.
