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Girokonto in Österreich: Kosten vergleichen, Gebühren sparen, Basiskonto nutzen

Girokonto in Österreich: Kosten vergleichen, Gebühren sparen, Basiskonto nutzen

Rund 62 Euro zahlt eine Kundin bei einer österreichischen Filialbank im Schnitt pro Jahr allein für die Kontoführung, während dasselbe Girokonto bei manchen Direktbanken null Euro kostet. Über ein Arbeitsleben summiert sich dieser Unterschied auf mehrere Tausend Euro. Das Girokonto ist die Drehscheibe für den gesamten Zahlungsverkehr, von der Miete über das Gehalt bis zur Handyrechnung, und trotzdem vergleichen die wenigsten die Kosten. Dabei ist der Wechsel heute einfacher denn je, und selbst wer bisher keinen Zugang zu einem Konto hatte, hat in Österreich einen gesetzlichen Anspruch darauf.

Was ein Girokonto leistet

Das Girokonto, oft auch Gehaltskonto genannt, wickelt den täglichen bargeldlosen Zahlungsverkehr ab. Über es laufen der Gehalts- oder Pensionseingang, Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften und die Zahlungen mit Bankomat- oder Kreditkarte. Anders als ein Sparkonto ist es nicht zum Vermögensaufbau gedacht, sondern zur laufenden Abwicklung. Genau deshalb lohnt es sich, hier auf niedrige Gebühren zu achten, denn gespart wird bei einem Girokonto nicht über Zinsen, sondern über geringe Kosten.

Was ein Girokonto wirklich kostet

Die Kontoführungsgebühr ist nur der sichtbarste Posten. Bei Filialbanken liegt sie im Schnitt bei rund 62 Euro pro Jahr, ohne Bedingungen verlangen viele zwischen 4 und 10 Euro pro Monat. Direktbanken und Neobanken sind deutlich günstiger: Modelle wie das Standardkonto von N26 oder Trade Republic kosten bedingungslos null Euro im Monat, also ohne dass ein bestimmter Gehaltseingang nötig wäre.

Viele als gratis beworbene Konten sind allerdings an Auflagen geknüpft, meist an einen regelmäßigen Geldeingang. Die easybank etwa setzt einen monatlichen Eingang von 400 Euro voraus, die DADAT 1.000 Euro und die DKB 700 Euro, damit die Kontoführung entfällt. Wer diese Schwelle nicht erreicht, zahlt trotzdem. Ein Blick ins Kleingedruckte klärt, ob ein Konto in Ihrer Situation tatsächlich kostenlos ist.

dispozinsen

Die versteckten Gebühren im Blick

Neben der Kontoführung entscheiden weitere Posten über die tatsächlichen Kosten. Auf diese Gebühren sollten Sie beim Vergleich besonders achten:

  • Bankomat- oder Debitkarte: Manche Banken verlangen eine jährliche Gebühr für die Karte, andere geben sie gratis dazu.
  • Buchungszeilen und Überweisungen: Bei einzelnen Modellen kostet jede Buchung extra, vor allem am Schalter ausgefüllte Zahlscheine sind oft teuer.
  • Bargeldbehebung: Prüfen Sie, ob und wo Sie kostenlos Bargeld beheben können. Behebungen bei fremden Automaten oder im Ausland können Gebühren auslösen.
  • Auslandsüberweisungen und Fremdwährung: Zahlungen außerhalb des Euroraums verursachen häufig zusätzliche Spesen.
  • Dispozinsen: Der wohl teuerste Posten. Wer das Konto überzieht, zahlt bei österreichischen Banken in der Regel zwischen 8 und 14 Prozent Sollzinsen pro Jahr. Ein dauerhaft überzogenes Konto ist damit eine der teuersten Formen, sich Geld zu leihen.

Gerade die Dispozinsen werden unterschätzt. Wer regelmäßig ins Minus rutscht, sollte weniger auf die Habenzinsen schauen als auf einen möglichst niedrigen Sollzins, denn dieser kostet im Alltag deutlich mehr, als ein günstiges Guthaben je einbringt.

Filialbank oder Direktbank?

Die niedrigen Preise der Direktbanken haben einen einfachen Grund: Sie arbeiten fast ausschließlich online, unterhalten kaum oder keine Filialen und geben diesen Kostenvorteil an die Kundinnen weiter. Wer seine Bankgeschäfte ohnehin am Handy oder Computer erledigt, fährt damit oft günstiger. Die Filialbank punktet dagegen mit persönlicher Beratung vor Ort, was bei komplexeren Themen wie Krediten oder Veranlagung ein Vorteil sein kann.

Wichtig für die Sicherheit: Direktbanken unterliegen denselben aufsichtsrechtlichen Regeln wie Filialbanken. Auch bei ihnen sind Ihre Einlagen im Fall einer Bankeninsolvenz über die gesetzliche Einlagensicherung mit bis zu 100.000 Euro pro Kundin und Bank geschützt. Ein günstiges Konto bedeutet also keineswegs ein höheres Risiko. Wer eine reine Online-Bank scheut, findet in unserem Ratgeber zum Online-Banking für Einsteiger und Senioren die wichtigsten Sicherheitsregeln.

Das Basiskonto: ein Recht auf ein Konto für alle

Ein eigenes Konto ist heute Voraussetzung für ein selbstständiges Leben, von der Wohnung bis zum Job. Deshalb hat in Österreich jede Verbraucherin mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU einen gesetzlichen Anspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen, das sogenannte Basiskonto. Geregelt ist das im Verbraucherzahlungskontogesetz. Das Basiskonto ermöglicht Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen und Bargeldbehebungen, also alles, was für den Alltag nötig ist.

Die Kosten sind gesetzlich gedeckelt: Höchstens 80 Euro pro Jahr darf ein Basiskonto kosten, für sozial oder wirtschaftlich besonders schutzbedürftige Menschen sind es maximal 40 Euro. Eine Bank darf die Eröffnung nur in bestimmten Fällen ablehnen, etwa wenn bereits ein Konto bei einem anderen österreichischen Institut besteht. Das Basiskonto ist damit ein wichtiges Sicherheitsnetz, gerade für Frauen, die sich nach einer Trennung finanziell neu aufstellen oder bisher über das Konto des Partners abgewickelt haben. Wer auf sein Recht hingewiesen werden muss, findet Unterstützung bei der Arbeiterkammer, die regelmäßig prüft, ob die Banken korrekt über diesen Anspruch informieren.

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Worauf Sie beim Vergleich achten sollten

Das beste Konto ist nicht pauschal das billigste, sondern jenes, das zu Ihrem Verhalten passt. Bevor Sie vergleichen, lohnt ein ehrlicher Blick auf die eigenen Gewohnheiten. Stellen Sie sich diese Fragen:

  • Wie oft hebe ich Bargeld ab, und an welchen Automaten?
  • Brauche ich eine Filiale und persönliche Beratung, oder genügt mir die App?
  • Überziehe ich mein Konto gelegentlich, sodass der Sollzins wichtig ist?
  • Erreiche ich den geforderten monatlichen Geldeingang für ein kostenloses Konto?
  • Zahle ich häufig ins Ausland oder in Fremdwährung?

Mit diesen Antworten lässt sich gezielt vergleichen. Unabhängige Vergleichsrechner, etwa jener der Arbeiterkammer, helfen dabei, die tatsächlichen Jahreskosten für das eigene Nutzungsverhalten zu ermitteln, statt sich von einem beworbenen Grundpreis blenden zu lassen.

Einzelkonto oder Gemeinschaftskonto?

Viele Paare überlegen, ein gemeinsames Konto zu führen. Praktisch ist das für gemeinsame Ausgaben wie Miete und Haushalt, es gibt aber zwei Varianten mit wichtigen Unterschieden. Beim Oder-Konto darf jede Kontoinhaberin allein über das gesamte Guthaben verfügen, ohne Zustimmung der anderen Person. Das ist bequem, birgt aber Vertrauensrisiko. Beim Und-Konto sind Verfügungen nur gemeinsam möglich, was mehr Kontrolle, aber weniger Flexibilität bedeutet. In beiden Fällen haften bei einer Überziehung grundsätzlich beide Personen, unabhängig davon, wer das Minus verursacht hat.

Aus Sicht der finanziellen Eigenständigkeit ist ein häufig empfohlenes Modell, ein gemeinsames Konto für die geteilten Kosten zu führen und daneben jeweils ein eigenes Konto zu behalten. So bleibt jede Person handlungsfähig, auch wenn sich die Lebenssituation ändert. Gerade für Frauen, die im Fall einer Trennung nicht ohne eigenen Kontozugang dastehen wollen, ist das ein sinnvoller Grundsatz.

Welche Karte gehört dazu?

Zum Girokonto gehört in der Regel eine Debitkarte, in Österreich meist als Bankomatkarte bekannt. Mit ihr heben Sie Bargeld ab und zahlen bargeldlos, wobei der Betrag direkt vom Konto abgebucht wird. Sie können also nur ausgeben, was vorhanden ist beziehungsweise der Überziehungsrahmen zulässt. Davon zu unterscheiden ist die Kreditkarte, bei der die Umsätze gesammelt und meist einmal monatlich abgerechnet werden. Kreditkarten sind vor allem für Reisen, Buchungen und Zahlungen im Ausland praktisch, kosten aber oft eine Jahresgebühr. Prüfen Sie beim Konto, welche Karte inkludiert ist und ob eine zusätzliche Kreditkarte wirklich nötig ist. Für den Alltag reicht meist die Debitkarte, die inzwischen fast überall akzeptiert wird und sich für kontaktloses Bezahlen sowie für Apple Pay oder Google Pay hinterlegen lässt.

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So eröffnen Sie ein Konto

Ein Konto zu eröffnen ist heute in wenigen Schritten möglich, oft ganz ohne Filialbesuch. Bei Direktbanken läuft die Eröffnung online: Sie füllen den Antrag digital aus und weisen Ihre Identität nach, entweder per Video-Ident über die Kamera oder mit der elektronischen Identität ID Austria. Bei einer Filialbank können Sie den Termin persönlich vor Ort wahrnehmen. In jedem Fall brauchen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis. Nach der Bestätigung erhalten Sie Kontodaten, Zugangsdaten fürs Online-Banking und die Karte, meist getrennt per Post. Wer von einem bestehenden Konto wechselt, kann direkt im Anschluss den Kontowechselservice nutzen.

Kontowechsel: einfacher als gedacht

Viele bleiben aus Bequemlichkeit bei einem teuren Konto, weil sie den Wechsel für kompliziert halten. Tatsächlich sind die Banken gesetzlich verpflichtet, beim Umzug des Kontos zu helfen. Über den Kontowechselservice unterstützt die neue Bank dabei, Daueraufträge und Zahlungspartner zu übernehmen und die Umstellung zu organisieren. Sie müssen also nicht selbst jeden Arbeitgeber und jeden Vertragspartner einzeln informieren. In der Praxis genügt es meist, das neue Konto zu eröffnen und den Wechselservice zu beauftragen, der Rest läuft weitgehend automatisch. Wichtig ist nur, das alte Konto erst zu schließen, wenn alle wiederkehrenden Zahlungen zuverlässig auf das neue Konto umgestellt sind.

So senken Sie Ihre Kontokosten

Auch ohne kompletten Wechsel lässt sich sparen. Prüfen Sie einmal im Jahr anhand des Kontoauszugs, welche Gebühren tatsächlich anfallen, und vergleichen Sie diese mit anderen Anbietern. Vermeiden Sie teure Schaltertransaktionen und erledigen Sie Überweisungen online. Heben Sie Bargeld möglichst gebührenfrei ab und in größeren Beträgen, statt viele kleine Behebungen zu machen. Halten Sie das Konto im Plus, um teure Dispozinsen zu vermeiden, und lagern Sie größere geplante Anschaffungen lieber auf ein zinsgünstigeres Modell aus. Falsche oder unklare Buchungen sollten Sie zeitnah reklamieren, denn dafür gelten Fristen.

bankomat-girokonto

Kurz zusammengefasst

Ein Girokonto muss nicht teuer sein. Zwischen dem Durchschnitt von rund 62 Euro Jahresgebühr bei Filialbanken und den kostenlosen Modellen der Direktbanken liegen Welten, bei gleichem Einlagenschutz von bis zu 100.000 Euro. Wer die versteckten Posten wie Kartengebühren, Behebungskosten und vor allem die Dispozinsen im Blick behält, findet mit einem kurzen Vergleich schnell ein passendes Konto. Und wer bisher gar keinen Zugang hatte, hat mit dem gesetzlich garantierten Basiskonto einen Anspruch auf ein Konto zu gedeckelten Kosten. Der Wechsel ist dank des verpflichtenden Kontowechselservice unkomplizierter, als die meisten glauben. Es lohnt sich, das eigene Konto einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Stand: 2026. Angaben zu Gebühren und Konditionen ohne Gewähr, sie ändern sich laufend und je nach Anbieter. Ein aktueller, unabhängiger Vergleich vor der Entscheidung ist zu empfehlen. Quellen: Arbeiterkammer Wien: Rechtsanspruch auf ein Basiskonto und help.ORF.at: Basiskonto für alle.

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