
Zwei Dinge begleiten frischgebackene Mütter durch fast jeden Tag: der Still-BH, den man von morgens bis nachts trägt, und die Wickeltasche, die bei keinem Ausflug fehlen darf. Bei beiden entscheidet die richtige Wahl über Komfort und Nerven - ein schlecht sitzender BH drückt und kann sogar einen Milchstau begünstigen, eine unpraktische Tasche lässt einen am Wickeltisch verzweifelt kramen. Worauf es beim Still-BH und bei der Wickeltasche wirklich ankommt.
Der Still-BH: wann kaufen?
Die Brust verändert sich über die Schwangerschaft und noch einmal deutlich nach der Geburt, wenn die Milch einschießt. Deshalb ist der Kaufzeitpunkt heikel. Ein guter Kompromiss ist die Zeit ab der 36. Schwangerschaftswoche - dann hat die Brust oft schon ungefähr die Größe erreicht, die sie zu Beginn der Stillzeit hat. Wer ganz sichergehen will, wartet mit dem Hauptkauf bis in die erste Woche nach der Geburt, wenn sich die Größe mit dem Milcheinschuss zeigt. Praktisch ist es, ein bis zwei BHs vorab zu besorgen und den Rest nachzukaufen, sobald sich die endgültige Größe eingependelt hat.
Die richtige Größe finden
In der Schwangerschaft nehmen sowohl Unterbrustumfang als auch Körbchengröße zu. Der Umfang wächst typischerweise um drei bis fünf Zentimeter, die Cup-Größe oft um ein bis zwei Größen. Eine Frau, die vor der Schwangerschaft eine 75B trug, landet nicht selten bei einer 80C oder 80D. Eine bewährte Faustregel: Wählen Sie den gemessenen Unterbrustumfang, aber eine Körbchengröße größer - wer in der 36. Woche eine 85E misst, greift also zur 85F, um Reserve für den Milcheinschuss zu haben. Ein guter Still-BH hat außerdem mehr Verstellmöglichkeiten am Unterbrustband als ein normaler BH, damit er die Schwankungen mitmacht.
Mit oder ohne Bügel?
Diese Frage stellt sich fast jede werdende Mutter. Die Antwort hängt vom Bedarf ab:
- Ohne Bügel: bei kleiner bis mittlerer Brust beliebt, weil besonders bequem. Nachts und bei einem Milchstau ist ein bügelloser BH klar die bessere Wahl, weil nichts auf das empfindliche Gewebe drückt.
- Mit Bügel: bei größerer Brust oft bevorzugt, weil er Form gibt und stützt. Wichtig ist dann ein gut sitzender, flexibler Bügel, der nicht auf die Milchgänge drückt.
Unabhängig vom Bügel sollte sich ein Still-BH mit einer Hand öffnen lassen - meist über einen Klippverschluss am Träger oder in Wickelform - denn die andere Hand hält das Baby. Dehnbares, atmungsaktives Material, das sich waschen lässt und schnell trocknet, ist Pflicht.
Die Wickeltasche: das mobile Wickelzimmer
Die Wickeltasche ist der ständige Begleiter unterwegs - vom Spaziergang bis zur langen Autofahrt. Eine durchdachte Tasche hält alles griffbereit und übersteht die tägliche Beanspruchung. Darauf sollten Sie achten:
- Übersichtliche Fächer: getrennte Abteile für Windeln, Feuchttücher, Wechselkleidung, Fläschchen und die eigenen Dinge - damit man nicht bei jedem Griff alles durchwühlt.
- Integrierte Wickelunterlage: viele Modelle bringen eine abwischbare, faltbare Unterlage mit, sodass man das Baby überall sauber ablegen kann.
- Isolierte Flaschenfächer: ein wärme- oder kälteisoliertes Fach hält das Fläschchen oder abgepumpte Milch länger auf Temperatur.
- Kinderwagen-Befestigung: Karabiner oder Riemen zum Einhängen am Kinderwagen halten die Hände frei.
- Robustes, abwischbares Material: eine Tasche wird viel angefasst und stellenweise schmutzig - pflegeleichte Stoffe sind Gold wert.
Rucksack, Umhänge- oder Klassiktasche?
Die Bauform ist Geschmackssache und hängt vom Alltag ab. Ein Wickelrucksack verteilt das Gewicht auf beide Schultern und lässt beide Hände frei - praktisch für aktive Eltern und wenn beide Partner ihn tragen. Eine klassische Umhänge- oder Schultertasche ist schneller zu öffnen und wirkt unauffälliger, drückt aber bei viel Gepäck auf eine Schulter. Wer die Tasche ohnehin meist am Kinderwagen einhängt, ist mit einem Modell mit passenden Befestigungen gut beraten und muss weniger auf die Trageform achten. Am Ende zählt, dass die Tasche zu Ihren Wegen passt und sich schnell öffnen lässt.
Passend dazu lohnt der Blick in unseren Ratgeber zur Stillmode und in den Umstandsmode-Ratgeber. Weitere Beiträge stehen in unserer Mode-Rubrik.
Häufige Fragen zu Still-BH und Wickeltasche
Ab wann sollte man einen Still-BH kaufen?
Ein guter Zeitpunkt ist ab der 36. Schwangerschaftswoche, weil die Brust dann oft schon die Anfangsgröße der Stillzeit hat. Ganz sicher ist der Kauf in der ersten Woche nach der Geburt, wenn die Milch einschießt.
Welche Größe braucht ein Still-BH?
Meist ein bis zwei Körbchengrößen mehr als vor der Schwangerschaft und drei bis fünf Zentimeter mehr Umfang. Faustregel: gemessenen Umfang wählen, aber eine Körbchengröße größer, um Reserve für den Milcheinschuss zu haben.
Still-BH mit oder ohne Bügel?
Bei kleiner bis mittlerer Brust ist ein bügelloser BH bequem, bei größerer Brust gibt ein Bügel-BH mehr Halt. Nachts und bei Milchstau immer bügellos tragen, damit nichts drückt.
Worauf kommt es bei der Wickeltasche an?
Auf übersichtliche Fächer, eine integrierte Wickelunterlage, ein isoliertes Flaschenfach, eine Kinderwagen-Befestigung und robustes, abwischbares Material. Die Bauform - Rucksack oder Umhängetasche - richtet sich nach Ihrem Alltag.
Wie viele Still-BHs braucht man?
Für den Anfang reichen zwei bis drei, damit immer einer griffbereit ist, während die anderen in der Wäsche sind. Weil sich die Größe mit dem Milcheinschuss noch ändern kann, lohnt es sich, nicht gleich einen ganzen Vorrat auf einmal zu kaufen.