
Lange bevor das Wischen nach rechts zum Symbol des Online-Datings wurde, gab es Badoo. Die 2006 gegründete Plattform gehört zu den ältesten und größten Dating-Apps der Welt - mit einer riesigen, internationalen Nutzerschaft und einem ganzen Bündel an Funktionen, um Menschen kennenzulernen. Wer schnell und unkompliziert flirten oder neue Leute in der Umgebung entdecken möchte, findet bei Badoo eine der bevölkerungsreichsten Plattformen überhaupt. Wie Badoo funktioniert, was es von der Konkurrenz unterscheidet und worauf Sie bei Kosten und Sicherheit achten sollten - der große Überblick.
Ein Urgestein des Online-Datings
Badoo wurde 2006 vom Unternehmer Andrey Andreev gegründet und hat seinen Hauptsitz in London. Damit gehört die App zu den Pionieren des mobilen Datings - sie war schon groß, als viele der heute bekannten Apps noch gar nicht existierten. Um das Jahr 2012 erreichte Badoo seinen Höhepunkt und war in mehreren Ländern die meistgenutzte Dating-App. Bis heute zählt die Plattform weltweit über 400 Millionen registrierte Nutzer und ist damit eine der größten überhaupt. Interessant für die Einordnung: Badoo gehört zur selben Unternehmensgruppe wie Bumble - die beiden Apps sind gewissermaßen große Geschwister, auch wenn sie sich im Prinzip deutlich unterscheiden.
So funktioniert Badoo
Der Einstieg ist schnell erledigt: App herunterladen, ein Profil mit Fotos und ein paar Angaben zur Person anlegen und schon geht es los. Der große Unterschied zu vielen reinen Wisch-Apps ist, dass Badoo gleich mehrere Wege bietet, um Menschen kennenzulernen. Statt sich nur durch einen einzigen Kartenstapel zu arbeiten, kann man je nach Vorliebe verschiedene Funktionen nutzen. Das macht Badoo vielseitig und erklärt, warum die App so viele unterschiedliche Nutzer anspricht.
Encounters: das Wisch-Spiel
Die bekannteste Funktion ist Encounters - auf Deutsch etwa “Begegnungen”. Sie funktioniert nach dem vertrauten Prinzip: Ihnen werden Profile anderer Nutzer gezeigt, und Sie entscheiden mit einem Ja oder Nein, ob Ihnen jemand gefällt. Mögen sich zwei Menschen gegenseitig, entsteht ein Match, und der Chat wird freigeschaltet. Encounters ist das spielerische Herzstück von Badoo und eine schnelle, unterhaltsame Art, viele Profile durchzusehen und dabei die eigene Auswahl zu treffen.
People Nearby: Kontakte in der Umgebung
Eine zweite zentrale Funktion ist People Nearby - Menschen in der Nähe. Hier zeigt Ihnen Badoo, welche anderen Nutzer sich gerade in Ihrer Umgebung befinden, sortiert nach Entfernung. Das macht spontane Kontakte möglich, weil man Menschen entdeckt, die tatsächlich in erreichbarer Nähe sind. Gerade in Städten mit vielen aktiven Nutzern ist diese ortsgestützte Suche ein großer Reiz von Badoo. Wie bei allen Standortfunktionen sollten Sie allerdings bewusst damit umgehen - dazu später mehr im Abschnitt zur Sicherheit.
Video-Chat und weitere Funktionen
Badoo bietet außerdem einen Video-Chat, mit dem man sich schon vor einem persönlichen Treffen per Video kennenlernen kann. Das ist ein echter Sicherheits- und Komfortvorteil: Ein kurzes Videogespräch zeigt schnell, ob das Gegenüber wirklich die Person auf den Fotos ist und ob die Chemie stimmt - ohne dass man sich gleich verabreden muss. Dazu kommt eine detaillierte Suchfunktion, mit der sich Profile nach eigenen Kriterien filtern lassen. Diese Kombination aus Wisch-Spiel, Umgebungssuche, Video und gezielter Suche macht Badoo funktional umfangreicher als viele schlichtere Apps.
Sicherheit und Verifizierung
Beim Thema Sicherheit muss man bei Badoo ehrlich differenzieren. Auf der einen Seite bietet die App gute Werkzeuge: Es gibt eine Foto-Verifizierung per Selfie, bei der man in einer vorgegebenen Pose ein Bild aufnimmt, das mit den Profilfotos abgeglichen wird. Verifizierte Profile erhalten ein Abzeichen und wirken vertrauenswürdiger. Auf der anderen Seite lässt sich ein Konto relativ leicht auch ohne Verifizierung erstellen, was Fake-Profilen die Anmeldung erleichtert. Bei einer so großen, internationalen Plattform ist die Wachsamkeit deshalb besonders wichtig. Diese Regeln schützen Sie:
- Auf Verifizierung achten: Schreiben Sie bevorzugt mit verifizierten Profilen und seien Sie bei sehr perfekten, aber unverifizierten Profilen skeptisch.
- Video-Chat nutzen: Ein kurzes Videogespräch vor dem ersten Treffen entlarvt viele Fake-Profile.
- Warnzeichen erkennen: Wer schnell überschwänglich wird, das Gespräch rasch weg von der App lenken will und dann um Geld bittet, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.
- Niemals Geld überweisen: an eine nur online bekannte Person - das ist die klassische Masche des Romance-Scam.
- Standort bewusst nutzen: Weil People Nearby auf Ortung basiert, sollten Sie überlegen, wann Sie die Funktion aktivieren, und keine genauen Angaben zu Wohnort oder Tagesablauf preisgeben.
- Erstes Treffen öffentlich: an einem belebten Ort, mit einer informierten Vertrauensperson.
Kostenlos nutzen oder bezahlen?
Badoo arbeitet nach dem Freemium-Modell: Herunterladen und Grundfunktionen nutzen ist kostenlos, für den vollen Umfang zahlt man. Die Gratisversion ist allerdings spürbar eingeschränkt - so lassen sich als Basisnutzer oft nur wenige Nachrichten pro Tag senden, und erweiterte Funktionen bleiben gesperrt. Für mehr gibt es zwei Bezahlwege:
- Premium-Mitgliedschaft: ein Abo, das Zusatzfunktionen freischaltet - etwa unbegrenzte Nachrichten, erweiterte Suche und mehr Sichtbarkeit.
- Credits (Coins): eine App-interne Währung, die man mit echtem Geld kauft und für einzelne Aktionen einsetzt, zum Beispiel um das eigene Profil hervorzuheben.
Die genauen Preise, Paketgrößen und Laufzeiten ändern sich immer wieder und unterscheiden sich je nach Aktion - prüfen Sie sie deshalb vor einem Kauf direkt in der App und achten Sie auf die Laufzeit und die automatische Verlängerung. Ehrlich gesagt gilt Badoo im Vergleich als eher teuer, wenn man alle Funktionen freischalten möchte. Für den Einstieg reicht die kostenlose Version aber, um ein Gefühl für die App zu bekommen.
Für wen eignet sich Badoo?
Badoo richtet sich vor allem an ein junges, internationales Publikum, das offen für neue Bekanntschaften und unkomplizierte Flirts ist. Wer die schiere Größe und Vielfalt der Nutzerschaft schätzt und gern verschiedene Funktionen - vom Wischen über die Umgebungssuche bis zum Video-Chat - ausprobiert, ist hier gut aufgehoben. Auch für alle, die viel reisen oder Menschen aus anderen Ländern kennenlernen möchten, ist die internationale Ausrichtung ein Pluspunkt. Wer dagegen gezielt und in Ruhe eine feste, langfristige Beziehung sucht, ist bei einer klassischen Partnervermittlung mit Persönlichkeitstest oder einer beziehungsorientierten App möglicherweise besser aufgehoben - Badoo ist eher der Ort für spontane, lockere Kontakte.
Ein gutes Profil erstellen
Bei einer so großen Plattform mit vielen Profilen ist es besonders wichtig, aufzufallen. Nutzen Sie mehrere klare Fotos, auf denen Sie gut zu erkennen sind - Bilder bei Hobbys oder unterwegs geben Gesprächsstoff. Ergänzen Sie eine kurze, ehrliche Beschreibung von sich und dem, was Sie suchen. Verifizieren Sie Ihr Profil gleich zu Beginn, das schafft Vertrauen und bringt erfahrungsgemäß mehr Reaktionen. Und beim Anschreiben gilt wie überall: Eine persönliche Nachricht, die sich auf das Profil des Gegenübers bezieht, kommt fast immer besser an als ein knappes “Hi”.
Badoo im Vergleich zu anderen Apps
Gegenüber Tinder ist Badoo funktional umfangreicher: Neben dem Wischen (Encounters) gibt es die Umgebungssuche und den Video-Chat. Gegenüber Bumble - der App aus demselben Konzern - fehlt Badoo das Prinzip, dass Frauen den ersten Schritt machen; hier kann grundsätzlich jeder jeden anschreiben, was mehr Spontaneität, aber tendenziell auch mehr unerwünschte Nachrichten bedeutet. Und im Vergleich zur deutschen App Lovoo punktet Badoo mit der schieren internationalen Größe, während Lovoo im deutschsprachigen Raum stärker verwurzelt ist. Wie immer gilt: Am besten probiert man aus, wo man sich wohler fühlt - viele nutzen mehrere Apps parallel.
Einen Überblick über alle wichtigen Plattformen bietet unser Artikel zu den Singlebörsen in Österreich. Weitere Beiträge finden Sie in unserer Rubrik Liebe & Hochzeit.
Die Verbindung zu Bumble
Ein spannendes Kapitel der Badoo-Geschichte ist die enge Verbindung zu Bumble. Als Whitney Wolfe Herd, die zuvor Tinder mitgegründet hatte, ihre eigene, frauenzentrierte App ins Leben rufen wollte, geschah das mit Rückendeckung aus dem Badoo-Umfeld. So wuchs Bumble unter dem Dach derselben Unternehmensgruppe heran, zu der auch Badoo gehört. Heute sind beide Apps Teil desselben börsennotierten Konzerns - und doch könnten sie unterschiedlicher kaum sein: Badoo ist die große, offene, international ausgerichtete Plattform für spontane Kontakte, Bumble die App mit der klaren Haltung, dass Frauen den ersten Schritt machen. Für Nutzerinnen und Nutzer ist das eine interessante Wahl innerhalb einer “Familie”: Wer den lockeren, breiten Ansatz mag, ist bei Badoo richtig; wer die respektvollere, von Frauen gesteuerte Variante bevorzugt, bei Bumble.
Badoo am Computer nutzen
Anders als manche reine Smartphone-App lässt sich Badoo auch am Computer nutzen. Über die Website im Browser können Sie sich einloggen und viele Funktionen bequem am großen Bildschirm bedienen - praktisch, wenn Sie in Ruhe Profile durchsehen, längere Nachrichten schreiben oder Fotos hochladen möchten. Für unterwegs bleibt die App das Mittel der Wahl, gerade wegen der Umgebungssuche. Diese Flexibilität zwischen App und Web ist ein weiterer Grund, warum Badoo über die Jahre eine so breite Nutzerschaft gewonnen hat.
Häufige Fehler auf Badoo - und wie Sie sie vermeiden
Einige Stolperfallen begegnen vielen Nutzerinnen und Nutzern immer wieder:
- Kein verifiziertes Profil: Wer sich nicht verifiziert, wirkt weniger vertrauenswürdig und bekommt oft weniger Reaktionen. Die Verifizierung ist schnell erledigt und lohnt sich.
- Langweilige oder fehlende Fotos: Bei der riesigen Auswahl gehen unscharfe oder fehlende Bilder unter. Zeigen Sie sich offen und in verschiedenen Situationen.
- Standard-Anmachen: Ein bloßes “Hi” bei Hunderten Profilen wirkt beliebig. Beziehen Sie sich auf etwas Konkretes aus dem Profil.
- Zu schnell zu privat: Persönliche Kontaktdaten, Handynummer oder Adresse gehören nicht in die ersten Nachrichten. Nutzen Sie zunächst den App-Chat und den Video-Chat.
- Auf Geldforderungen eingehen: Der größte und teuerste Fehler. Bleiben Sie bei jeder Geldbitte konsequent misstrauisch und brechen Sie den Kontakt ab.
Vom Match zum ersten Treffen
Ein Match auf Badoo ist erst der Anfang. Nutzen Sie den Chat und - ein großer Vorteil dieser App - ruhig auch den Video-Chat, um ein Gefühl füreinander zu bekommen. Gerade bei einer großen, internationalen Plattform ist ein kurzes Videogespräch eine kluge Zwischenstufe, bevor man sich persönlich verabredet. Läuft alles angenehm und wohnen Sie in erreichbarer Nähe, schlagen Sie ein lockeres erstes Treffen vor - einen Kaffee, einen Spaziergang, einen Drink an einem öffentlichen Ort. Achten Sie dabei auf die bewährten Sicherheitsregeln: öffentlicher Ort, eigene Anreise, eine informierte Vertrauensperson. So verbinden Sie die Spontaneität von Badoo mit der nötigen Vorsicht.
Fazit: der internationale Gigant
Badoo ist einer der Urväter des mobilen Datings und bis heute eine der größten Plattformen der Welt. Die Kombination aus Wisch-Spiel, Umgebungssuche und Video-Chat macht die App vielseitig, die riesige internationale Nutzerschaft sorgt für Auswahl. Auf der anderen Seite muss man wissen, dass die Gratisversion stark eingeschränkt und die Vollversion vergleichsweise teuer ist und dass man - wie bei jeder großen, offenen Plattform - auf Fake-Profile achten sollte. Wer sich darauf einstellt, ein sorgfältiges, verifiziertes Profil anlegt und die App vor allem für spontane, lockere Kontakte nutzt, kann mit Badoo eine der größten Dating-Welten überhaupt erkunden.
Häufige Fragen zu Badoo
Was ist Badoo?
Badoo ist eine der ältesten und größten Dating-Apps der Welt, 2006 gegründet und in London ansässig, mit weltweit über 400 Millionen Nutzern. Sie bietet mehrere Wege zum Kennenlernen: das Wisch-Spiel Encounters, die Umgebungssuche People Nearby und einen Video-Chat.
Ist Badoo kostenlos?
Herunterladen und Grundfunktionen nutzen ist kostenlos, die Gratisversion ist aber stark eingeschränkt (etwa nur wenige Nachrichten pro Tag). Für den vollen Umfang gibt es eine Premium-Mitgliedschaft und die App-Währung Credits. Die Preise ändern sich immer wieder und stehen in der App.
Wie sicher ist Badoo?
Badoo bietet eine Foto-Verifizierung per Selfie und einen Video-Chat, mit dem sich Fake-Profile leichter erkennen lassen. Da sich Konten aber auch ohne Verifizierung erstellen lassen, kommen Fakes vor. Achten Sie auf verifizierte Profile, überweisen Sie nie Geld an Online-Bekanntschaften und treffen Sie sich zuerst öffentlich.
Was ist der Unterschied zwischen Badoo und Bumble?
Beide gehören zur selben Unternehmensgruppe. Bei Bumble machen die Frauen den ersten Schritt, bei Badoo kann grundsätzlich jeder jeden anschreiben. Badoo ist zudem funktional breiter (Encounters, People Nearby, Video-Chat) und international sehr groß.
Für wen eignet sich Badoo?
Vor allem für ein junges, internationales Publikum, das unkomplizierte, spontane Kontakte und Flirts sucht und die Vielfalt der Funktionen mag. Für die gezielte Suche nach einer festen Beziehung ist eine beziehungsorientierte App oder Partnervermittlung oft besser geeignet.
Kann man bei Badoo per Video chatten?
Ja. Badoo bietet einen Video-Chat, mit dem man sich schon vor einem persönlichen Treffen per Video kennenlernen kann. Das ist praktisch, um zu prüfen, ob das Gegenüber echt ist und die Chemie stimmt.
Kann man Badoo auch am Computer nutzen?
Ja. Neben der Smartphone-App lässt sich Badoo auch über die Website im Browser nutzen - praktisch, um in Ruhe Profile durchzusehen oder längere Nachrichten zu schreiben. Für die Umgebungssuche unterwegs bleibt die App aber das Mittel der Wahl.