
Eine Milchpumpe verschafft stillenden Müttern etwas, das in den ersten Monaten selten wird: Bewegungsfreiheit. Wer abpumpt, kann den Partner nachts die Flasche geben lassen, früher in den Job zurückkehren oder einfach einen Vorrat für den Notfall anlegen - und trotzdem weiter Muttermilch füttern. Damit das gelingt, kommt es auf die richtige Pumpe, ein bisschen Technik und die korrekte Aufbewahrung an. Alles davon lässt sich lernen.
Wann sich Abpumpen lohnt
Nicht jede Mutter braucht eine Milchpumpe, aber in vielen Situationen ist sie eine echte Erleichterung. Typische Gründe sind die Rückkehr in den Beruf, das Anlegen eines Vorrats, das Entlasten voller oder wunder Brüste und die Aufrechterhaltung der Milchbildung, wenn das Baby vorübergehend nicht direkt an der Brust trinken kann - etwa bei Frühgeborenen oder saugschwachen Neugeborenen. Auch wenn die Milchmenge angeregt werden soll, hilft regelmäßiges Abpumpen.
Handpumpe oder elektrische Milchpumpe?
Die Grundfrage lautet: Wie oft und wie viel wollen Sie abpumpen? Danach richtet sich die Wahl.
Handmilchpumpe
Die manuelle Pumpe ist klein, leicht und braucht weder Strom noch Batterien. Das macht sie zum idealen Begleiter für unterwegs oder für das gelegentliche Abpumpen, wenn Sie zum Beispiel einmal abends ausgehen. Der Nachteil: Das Pumpen von Hand ist anstrengender und dauert länger, für den täglichen Gebrauch über Wochen ist sie darum wenig geeignet.
Elektrische Milchpumpe
Die elektrische Pumpe übernimmt die Arbeit für Sie. Sie ist schneller, weniger ermüdend und lässt die Saugstärke fein einstellen, was empfindliche Brustwarzen schont. Wer regelmäßig oder größere Mengen abpumpt, fährt damit klar besser. Doppelpumpen, die beide Brüste gleichzeitig entleeren, halbieren die Zeit und regen die Milchbildung besonders gut an.
| Kriterium | Handpumpe | Elektrische Pumpe |
|---|---|---|
| Geeignet für | gelegentliches Abpumpen | regelmäßiges Abpumpen |
| Tempo | langsam, Kraftaufwand | schnell, automatisch |
| Stromabhängig | nein | ja (oder Akku) |
| Preis | günstig | höher, oft Leihgerät |
Milchpumpe in Österreich leihen
Sie müssen eine hochwertige elektrische Pumpe nicht kaufen. Bei medizinischer Notwendigkeit stellt die Frauen- oder Kinderärztin einen Verordnungsschein aus, mit dem die Krankenkasse die Mietkosten für ein Klinik-Leihgerät übernehmen kann. Ausgeliehen werden die Pumpen in vielen Apotheken; ein persönliches Zubehör- oder Doppelpumpset muss man dabei meist selbst anschaffen, und häufig wird eine Kaution hinterlegt. Die genauen Regelungen und die Dauer der Kostenübernahme unterscheiden sich je nach Bundesland - fragen Sie am besten direkt bei Ihrer Apotheke und Ihrer Krankenkasse nach. Ohne Rezept ist die Ausleihe ebenfalls möglich, dann tragen Sie die Tagesmiete selbst.
Schritt für Schritt richtig abpumpen
Hygiene steht an erster Stelle: Waschen Sie sich die Hände, und achten Sie darauf, dass Pumpe und Zubehör sauber sind. Suchen Sie sich einen ruhigen, bequemen Platz - Entspannung fördert den Milchfluss spürbar. Eine sanfte Massage der Brust vor dem Abpumpen hilft zusätzlich. Setzen Sie den Trichter mittig über die Brustwarze und starten Sie mit geringer Saugstärke, bis die Milch zu fließen beginnt. Erst dann erhöhen Sie das Tempo bis zu einem Level, das angenehm bleibt - Abpumpen darf nicht wehtun. Lässt der Fluss nach, wechseln Sie die Seite. Ein entscheidendes Detail ist die richtige Trichtergröße: Ist sie zu klein oder zu groß, tut das Abpumpen weh und die Ausbeute sinkt.
Wie oft und wie lange abpumpen?
Soll ein Baby ausschließlich mit abgepumpter Milch ernährt werden, ist häufiges Abpumpen nötig, um die Milchbildung aufzubauen: acht- bis zwölfmal pro Tag, also etwa alle zwei bis drei Stunden und einmal nachts. Achtmal täglich für je rund 15 Minuten gilt als Untergrenze. Hat sich die Milchproduktion nach den ersten Wochen eingespielt, reichen vielen Frauen fünf- bis sechsmal täglich, um die Menge zu halten. Diese Werte sind Richtwerte - jede Frau und jedes Baby ist anders.
Muttermilch richtig aufbewahren
Frisch abgepumpte Milch ist empfindlich, hält sich bei sauberer Handhabung aber erstaunlich lange. Die folgenden Werte orientieren sich an den Empfehlungen des Herstellers Medela.
| Ort | Optimal | Unter sehr hygienischen Bedingungen |
|---|---|---|
| Raumtemperatur (16-25 °C) | max. 4 Stunden | bis 6 Stunden |
| Kühlschrank (4 °C oder kälter) | max. 3 Tage | bis 5 Tage |
| Gefrierschrank (-18 °C oder kälter) | max. 6 Monate | bis 9 Monate |
Ein paar Regeln machen den Unterschied: Lagern Sie die Milch weit hinten im Kühlschrank, nicht in der Tür, wo die Temperatur schwankt. Frisch abgepumpte, körperwarme Milch sollten Sie erst kühlen, bevor Sie sie zu bereits gekühlter Milch geben. Zum Auftauen gefrorener Milch eignen sich der Kühlschrank (rund zwölf Stunden) oder fließend warmes Wasser bis maximal 37 Grad - niemals die Mikrowelle oder kochendes Wasser, das zerstört wertvolle Inhaltsstoffe und erzeugt gefährliche Hitzeinseln. Aufgetaute Milch hält noch bis zu zwei Stunden bei Raumtemperatur oder 24 Stunden im Kühlschrank und darf nicht wieder eingefroren werden.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Passende Trichtergröße: Das wichtigste Kriterium für schmerzfreies, effizientes Abpumpen - viele Pumpen bieten mehrere Größen an.
- Einzel- oder Doppelpumpe: Doppelpumpen sparen Zeit und regen die Milchbildung stärker an.
- Geschlossenes System: Verhindert, dass Milch in den Pumpmechanismus gelangt - hygienischer und leichter zu reinigen.
- Akkubetrieb und Lautstärke: Für Mütter, die unterwegs oder diskret am Arbeitsplatz abpumpen.
- Verstellbare Saugstufen: Schonen die Brust und passen sich Ihrem Rhythmus an.
Wenn die ersten Wochen mit Baby ohnehin ins Geld gehen, lohnt der Blick auf sinnvoll Sparbares an anderer Stelle - etwa bei der Wickelauflage oder den Windeln im Abo.
Häufige Fragen
Tut Abpumpen weh?
Nein, richtiges Abpumpen ist schmerzfrei. Schmerzen deuten meist auf eine falsche Trichtergröße oder eine zu hohe Saugstärke hin.
Kann ich frische und gekühlte Milch mischen?
Ja, aber kühlen Sie die frische Milch zuerst herunter, bevor Sie sie dazugeben.
Wie reinige ich die Pumpe?
Alle Teile, die mit Milch in Kontakt kommen, nach jedem Gebrauch gründlich reinigen und regelmäßig sterilisieren - so beugen Sie Keimen vor.
Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Hebamme, Stillberaterin oder Ärztin. Die Aufbewahrungswerte stammen vom Hersteller Medela.