Sein “Wunderbar!” wurde zum geflügelten Wort, seine Ära in Mörbisch zur Erfolgsgeschichte der österreichischen Operette: Harald Serafin, Kammersänger und langjähriger Intendant der Seefestspiele, starb am 15. September 2025 im 94. Lebensjahr in Wien. Ein Rückblick auf ein Leben, das auf der Bühne zuhause war.
Steckbrief: Wer war Harald Serafin?
- Name: Harald Serafin
- Geboren: 24. Dezember 1931 in Kybartai, Litauen
- Gestorben: 15. September 2025 in Wien
- Karriere: Bariton (Volksoper Wien), Intendant der Seefestspiele Mörbisch 1992-2012
- Beiname: “Mister Wunderbar” (Dancing-Stars-Juror)
- Familie: Ehefrau Ingeborg; Tochter Martina Serafin (Sopranistin, aus erster Ehe) und Sohn Daniel Serafin (Intendant)
Vom Flüchtlingskind zum “singenden Bonvivant”
Geboren am Heiligabend 1931 in Litauen als Sohn eines Italieners und einer Salzburgerin, floh die Familie im Zweiten Weltkrieg, zunächst nach Ostpreußen und schließlich nach Bamberg. Dem Elternwunsch folgend begann Serafin ein Medizinstudium - und tauschte es gegen die Gesangsausbildung. Ab 1967 wurde die Wiener Volksoper seine künstlerische Heimat: 424 Vorstellungen, darunter seine Paraderolle als Danilo in der “Lustigen Witwe”, die er weltweit über 1.700 Mal sang. Otto Schenk prägte für ihn das Bild des “singenden Bonvivants”. Nach einer Stimmbandoperation 1989 wechselte er ins Sprechtheater.
Mörbisch: 20 Jahre “Mekka der Operette”
Sein größtes Werk schuf Serafin als Intendant der Seefestspiele Mörbisch (1992-2012): Er machte die Bühne am Neusiedler See zum Publikumsmagneten - aus rund 50.000 Besuchern pro Saison wurden bis zu 220.000, der Rekord gelang 2005 ausgerechnet mit “seiner” Lustigen Witwe. 2022 wurde ihm in Mörbisch eine Bronzebüste gewidmet. Einem jüngeren Publikum wurde er ab 2006 als Dancing-Stars-Juror zum Begriff: Sein enthusiastisches “Wunderbar!” machte ihn zum “Mister Wunderbar” - und das, obwohl er nur eine Staffel regulär in der Jury saß.
Abschied im Stephansdom
Serafin starb in den frühen Morgenstunden des 15. September 2025. Beim Trauergottesdienst im Wiener Stephansdom, geleitet von Dompfarrer Toni Faber, nahmen Familie, Weggefährten und Publikum Abschied - unter den Rednern Sohn Daniel und Alt-Bundeskanzler Franz Vranitzky. Zum 90. Geburtstag hatte Serafin seine Lebenshaltung so zusammengefasst: “Ich freu mich auf das Leben. Ich lebe so gern.”
Das Erbe lebt weiter
Die Bühnen-Gene hat er weitergegeben: Tochter Martina Serafin wurde international gefeierte Sopranistin, Sohn Daniel Serafin leitet als Intendant die Oper im Steinbruch St. Margarethen - 2026 mit “Tosca” bereits in seiner siebenten Saison. Das Porträt von Dompfarrer Toni Faber, der Serafin die letzte Ehre erwies, finden Sie ebenfalls bei uns; weitere Porträts in unserer Promis-Rubrik.
FAQ: Häufige Fragen zu Harald Serafin
Wann ist Harald Serafin gestorben?
Am 15. September 2025 in Wien, im 94. Lebensjahr.
Warum hieß Harald Serafin “Mister Wunderbar”?
Als Dancing-Stars-Juror bewertete er Tänze mit seinem enthusiastischen “Wunderbar!” - der Ausruf wurde zu seinem Markenzeichen.
Was leistete Harald Serafin in Mörbisch?
Als Intendant (1992-2012) steigerte er die Besucherzahlen der Seefestspiele von rund 48.000 auf bis zu 220.000 pro Saison.
Wer sind Harald Serafins Kinder?
Tochter Martina Serafin ist internationale Opernsängerin, Sohn Daniel Serafin Intendant der Oper im Steinbruch St. Margarethen.