
Wer bei erstem Nieselregen zur wasserdichten Regenjacke greift, schwitzt beim zügigen Gehen schnell von innen. Genau diese Lücke füllt die Softshelljacke: winddicht, wasserabweisend und dabei so atmungsaktiv und dehnbar, dass sie beim Radfahren, beim Spaziergang oder auf dem Weg ins Büro kaum auffällt. Der Preis dafür ist klar benannt - bei stundenlangem Starkregen stößt das Material an seine Grenzen. Für alles dazwischen ist es oft die angenehmste Wahl im Kleiderschrank.
Der Aufbau: warum eine Softshelljacke mehr kann als ein Fleecepullover
Softshell ist kein einzelner Stoff, sondern ein Sammelbegriff für mehrlagig aufgebaute Funktionstextilien. Typischerweise treffen zwei bis drei laminierte Schichten aufeinander. Aussen liegt ein robustes, abriebfestes Gewebe, meist aus Polyester oder Polyamid, das Feuchtigkeit nicht aufsaugt, sondern nach aussen weitergibt. Innen sorgt ein weicher Fleece- oder Veloursflor für Wärme und ein angenehmes Tragegefühl direkt auf der Haut. Dazwischen sitzt bei vielen Modellen eine dünne Membran.
Diese Membran ist der eigentliche Trick: Sie ist winddicht und wasserabweisend, lässt aber Wasserdampf von innen entweichen. Bekannt ist etwa die Windstopper-Membran von Gore. Damit vereint eine einzige Jacke mehrere Funktionen, für die man sonst Windjacke und Fleece kombinieren müsste - im Zwiebelprinzip übernimmt die Softshelljacke die zweite und dritte Schicht in einem Kleidungsstück.
Es gibt zwei Wege, eine Softshelljacke winddicht zu machen. Modelle mit Membran schützen zusätzlich vor leichtem Regen, sind dafür etwas weniger atmungsaktiv. Modelle ohne Membran setzen auf ein besonders dicht gewebtes Aussenmaterial: Sie sind luftiger und ideal für schweisstreibende Aktivitäten, halten dafür Wind und Nässe weniger konsequent ab.
Winddicht, wasserabweisend, atmungsaktiv: was das im Alltag heisst
Der Windschutz ist der spürbarste Vorteil. Zieht der Wind, kühlt er den Körper stark aus - eine winddichte Softshelljacke verhindert genau diesen Wind-Chill-Effekt und hält Sie bei gleicher Temperatur deutlich wärmer. Gegen Wasser hilft eine DWR-Imprägnierung (kurz für “durable water repellent”): Sie lässt Regentropfen an der Oberfläche abperlen, statt sie einsickern zu lassen. Wichtig zu wissen: Softshell ist wasserabweisend, nicht wasserdicht. Ein kurzer Schauer ist kein Problem, gegen Dauerregen kämpft das Material auf verlorenem Posten.
Der zweite grosse Pluspunkt ist die Atmungsaktivität. Schweiss wird nicht aufgesaugt, sondern verdunstet und die Feuchtigkeit wird nach aussen transportiert. Das ist der entscheidende Unterschied zu Baumwolle, die Schweiss aufsaugt und dann nass und kalt am Körper klebt. Dazu kommt die Elastizität: Softshellstoffe geben dort nach, wo Bewegung gefragt ist, und schränken beim Armheben oder in die Hocke gehen nicht ein.
Softshell oder Hardshell: wann welche Jacke die richtige ist
Die ehrliche Antwort hängt von Aktivität und Wetter ab. Eine Softshelljacke spielt ihre Stärken bei trockenem bis leicht feuchtem Wetter und bei Bewegung aus: beim Radfahren, Joggen, Trailrunning, bei Wanderungen ohne dauerhaften Regen, beim Klettern und in der Übergangszeit. Für den Alltag ist sie oft angenehmer als jede Regenjacke.
Eine Hardshelljacke besteht aus einem gewebten Oberstoff, der auf eine wasserdichte Membran laminiert ist. Sie ist die bessere Wahl, wenn Sie mit langanhaltendem Starkregen rechnen und keine Möglichkeit haben, sich unterzustellen - etwa auf Mehrtagestouren im Gebirge. Der Nachteil: Hardshells sind steifer, rascheln stärker und sind weniger atmungsaktiv. Als Faustregel gilt daher: Softshell für Bewegung und wechselhaftes Wetter, Hardshell für den kompromisslosen Nässeschutz.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Damit die Jacke im Einsatz überzeugt, lohnt der Blick auf einige Details:
- Passform: Ein figurnaher Damenschnitt sitzt gut, sollte aber genug Spielraum für eine dünne Schicht darunter lassen.
- Kapuze: verstellbar und, wenn Sie klettern oder Rad fahren, idealerweise helmtauglich.
- Belüftung: Reissverschlüsse unter den Armen (Pit-Zips) lassen bei Anstrengung schnell Wärme ab.
- Bündchen und Saum: verstellbare Ärmelabschlüsse und ein regulierbarer Saum halten Wind und Nässe fern.
- Membran ja oder nein: Wer viel schwitzt, fährt mit einem membranfreien, dicht gewebten Modell besser; wer mehr Wetterschutz will, greift zur Variante mit Membran.
Softshelljacke richtig waschen und imprägnieren
Damit die wasserabweisende Wirkung erhalten bleibt, ist die Pflege wichtiger, als viele denken. Waschen Sie die Jacke bei maximal 30 Grad im Feinwaschprogramm - höhere Temperaturen können Membran und verklebte Nähte schädigen. Verwenden Sie ein Spezialwaschmittel für Funktions- oder Outdoorbekleidung. Herkömmliche Voll-, Color- oder Feinwaschmittel enthalten Rückfetter, die die Imprägnierung zerstören.
Auf Weichspüler und Bleichmittel verzichten Sie unbedingt: Weichspüler verklebt die Poren und mindert die Atmungsaktivität. Nach dem Waschen lässt sich die DWR-Imprägnierung durch Wärme reaktivieren - entweder rund 30 bis 50 Minuten bei niedriger Stufe im Trockner oder mit dem Bügeleisen auf kleinster Stufe ohne Dampf, ein Baumwolltuch als Schutz dazwischen. Perlt das Wasser trotzdem nicht mehr ab, hilft eine neue Imprägnierung als Spray oder zum Einwaschen. Eine ausführliche Kaufberatung zu Softshelljacken liefert weitere Details zu Membranen und Ausstattung.
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Häufige Fragen zu Softshelljacken
Ist eine Softshelljacke wasserdicht?
Nein. Eine Softshelljacke ist wasserabweisend: Eine DWR-Imprägnierung lässt Tropfen abperlen und schützt bei leichtem Regen. Bei langanhaltendem Starkregen dringt Wasser ein - dann ist eine wasserdichte Hardshell die bessere Wahl.
Darf man eine Softshelljacke in den Trockner geben?
Ja, das ist sogar sinnvoll: 30 bis 50 Minuten bei niedriger Temperatur reaktivieren die wasserabweisende Imprägnierung. Alternativ funktioniert das Bügeleisen auf kleinster Stufe ohne Dampf, mit einem Tuch als Schutz.
Softshell oder Hardshell zum Wandern?
Bei trockenem oder wechselhaftem Wetter und viel Bewegung ist Softshell angenehmer und atmungsaktiver. Wer mit stundenlangem Regen ohne Unterstand rechnet, sollte zur wasserdichten Hardshell greifen.
Wie oft sollte man eine Softshelljacke waschen?
So selten wie möglich, so oft wie nötig. Häufiges Waschen beansprucht die Imprägnierung. Lüften und Flecken punktuell reinigen reicht meist; eine Komplettwäsche ist erst fällig, wenn die Jacke sichtbar verschmutzt ist oder unangenehm riecht.