
Wenn der Bauch schwerer wird und der Rücken zwickt, ist das Wasser oft der angenehmste Ort überhaupt. Der Auftrieb nimmt das Gewicht von den Gelenken, für einen Moment fühlt man sich fast schwerelos. Schwimmen gehört zu den besten Sportarten für werdende Mütter - und damit der Ausflug ins Becken oder ans Meer entspannt bleibt, braucht es Bademode, die dem Bauch Platz lässt und sicher sitzt. Was Umstandsbademode ausmacht und worauf Schwangere im Wasser achten sollten.
Warum Schwimmen in der Schwangerschaft so guttut
Wenige Sportarten sind für Schwangere so geeignet wie das Schwimmen. Das Wasser trägt den wachsenden Körper und entlastet Rücken, Wirbelsäule und Gelenke spürbar. Gleichzeitig trainiert die Bewegung zahlreiche Muskeln bis hin zum Beckenboden, ohne den Körper zu überfordern. Laut Apotheken Umschau senkt regelmäßiges Schwimmen den Blutzucker, unterstützt den Kreislauf und beugt Wassereinlagerungen in den Beinen vor - typische Beschwerden der späteren Monate. Bei normal verlaufender Schwangerschaft ist Schwimmen bis kurz vor der Geburt möglich, wobei die Belastbarkeit mit fortschreitender Woche natürlich abnimmt. Empfohlen werden meist 20 bis 45 Minuten moderates Schwimmen.
Der richtige Schwimmstil
Rücken- und Kraulschwimmen gelten als besonders empfehlenswert, weil der Rücken dabei gestreckt bleibt und die Bandscheiben entlastet werden. Auch Brustschwimmen ist möglich - hier sollte der Kopf aber im Wasser bleiben und nur zum Atmen gehoben werden, damit das Hohlkreuz nicht verstärkt wird. Vom Delfinschwimmen und von tiefen Sprüngen ins Wasser ist abzuraten. Grundsätzlich gilt: lieber mehrmals pro Woche gemütlich als einmal bis zur Erschöpfung. Wer Schwindel, Schmerzen oder Kurzatmigkeit verspürt, verlässt das Becken und ruht sich am Rand aus.
Was Umstandsbademode ausmacht
Normale Badeanzüge und Bikinis stoßen mit wachsendem Bauch schnell an ihre Grenzen: Der Stoff spannt, das Oberteil rutscht, der Bund schneidet ein. Umstandsbademode ist anders geschnitten und wächst flexibel mit. Die wichtigsten Merkmale:
- Mehr Platz im Bauchbereich: Der Schnitt lässt Raum für die Rundung und passt sich über die Monate an.
- Elastisches, formstabiles Material: hoher Stretchanteil, der nachgibt, ohne auszuleiern, und nach dem Baden wieder in Form springt.
- Guter Halt für die Brust: verstellbare, oft breitere Träger und stützende Oberteile - die Brust wird in der Schwangerschaft schwerer und empfindlicher.
- Chlorbeständigkeit: Wer im Hallenbad schwimmt, achtet auf chlorresistente Stoffe, die deutlich länger halten.
Badeanzug oder Bikini?
Beides ist möglich - es ist eine Frage des Gefühls. Ein Umstandsbadeanzug stützt gleichmäßig, umschließt den Bauch sanft und wird von vielen als angenehm empfunden, weil er guten Halt gibt. Ein Umstands-Tankini verbindet die Deckung des Badeanzugs mit der Praktikabilität eines Zweiteilers: Das längere Oberteil bedeckt den Bauch, das Unterteil lässt sich separat anpassen. Ein Bikini mit verstellbarem, unter dem Bauch sitzendem Höschen zeigt die Kugel bewusst und ist am Strand luftig - hier zählt vor allem, dass das Oberteil genug Halt gibt. Am Ende trägt sich das am besten, worin Sie sich wohlfühlen.
Sicher im und am Wasser
Ein paar Punkte machen den Badeausflug sicherer. Die Wassertemperatur sollte weder zu kalt noch zu heiß sein - Fachleute nennen einen Bereich von etwa 27 bis 32 Grad; sehr heißes Wasser belastet den Kreislauf. Auf den glatten Böden rund um das Becken rutscht man leicht aus, deshalb sind rutschfeste Badeschuhe besser als offene Flipflops. Schwimmen Sie in beaufsichtigten Bädern und überfordern Sie sich nicht. Verzichten sollten Sie auf das Schwimmen bei Beschwerden wie Blutungen, vorzeitigen Wehen, Fieber oder wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt davon abrät.
Hallenbad, See oder Meer?
Wo Sie schwimmen, macht einen Unterschied. Im Hallenbad ist die Wassertemperatur konstant und das Umfeld beaufsichtigt - ideal für regelmäßiges Training; hier zahlt sich chlorbeständige Bademode aus. Im Meer trägt das salzige Wasser besonders gut, was das schwerelose Gefühl verstärkt; achten Sie auf die Strömung, gehen Sie nicht zu weit hinaus und meiden Sie die pralle Mittagssonne. Beim Badesee ist die Wasserqualität nicht überall gleich - offizielle Badestellen mit geprüfter Wasserqualität sind die sichere Wahl. Von sehr heißen Thermal- und Whirlpools über etwa 32 Grad ist in der Schwangerschaft eher abzuraten, weil sie den Kreislauf stark belasten.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob und wie viel Sport in Ihrer Schwangerschaft ratsam ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt.
Für die übrige Garderobe lohnt der Blick in unseren Umstandsmode-Ratgeber, für festliche Anlässe auf ein Umstandsdirndl. Weitere Beiträge stehen in unserer Mode-Rubrik.
Häufige Fragen zur Schwangerschaftsbademode
Ist Schwimmen in der Schwangerschaft gesund?
Bei normalem Verlauf ja. Das Wasser entlastet Rücken und Gelenke, die Bewegung stärkt die Muskulatur, senkt den Blutzucker und beugt Wassereinlagerungen vor. Empfohlen werden meist 20 bis 45 Minuten moderates Schwimmen.
Welcher Schwimmstil ist am besten?
Rücken- und Kraulschwimmen, weil der Rücken dabei gestreckt bleibt. Beim Brustschwimmen den Kopf im Wasser lassen und nur zum Atmen heben. Delfinschwimmen und tiefe Sprünge meiden.
Was unterscheidet Umstandsbademode von normaler?
Sie bietet mehr Platz im Bauchbereich, wächst durch elastisches Material flexibel mit, gibt der schwerer werdenden Brust besseren Halt und ist oft chlorbeständiger.
Badeanzug oder Bikini in der Schwangerschaft?
Beides geht. Ein Badeanzug oder Tankini stützt gleichmäßig und bedeckt den Bauch, ein Bikini mit tief sitzendem Höschen zeigt die Kugel und ist luftig. Entscheidend ist das Wohlgefühl.